Pannen-Atomkraftwerk: Niederlande schließen sich Protest gegen AKW Tihange an

Pannen-Atomkraftwerk: Niederlande schließen sich Protest gegen AKW Tihange an

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In Huy (Belgien) steht das Atomkraftwerk Tihange des Betreibers Electrabel. 80 Kommunen aus dem Grenzraum fordern am Dienstag in Brüssel von der EU-Kommission Informationen zum umstrittenen Kernkraftwerk Tihange 2.

Auf deutscher Seite sorgt man sich schon länger wegen der maroden belgischen Alt-Atomkraftwerke. Nach der neusten Panne melden auch die Niederlande und Luxemburg Bedenken an.

Auch das niederländische Parlament hat Belgien nun dazu aufgefordert, die grenznahen Meiler zu schließen. Namentlich geht es um die wegen zahlreicher Störfälle "Pannenmeiler" genannten Tihange und Doel. Eine Mehrheit der Abgeordneten rief am Dienstag in Den Haag die eigene Regierung auf, sich einer entsprechenden Forderung aus Deutschland und Luxemburg anzuschließen.

Eine Stilllegung verlangen auch die drei niederländischen Provinzen in Grenznähe. Auf der anderen Seite will Nordrhein-Westfalen die Laufzeiten von Atomkraftwerken in der EU verbindlich begrenzen. Die Umweltministerkonferenz werde bei ihrer heute beginnenden Sitzung darüber beraten, teilte das NRW-Umweltministerium am Dienstag mit.

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"Keine Woche ohne Störfallmeldung"

"Es vergeht mittlerweile keine Woche mehr ohne neue Störfallmeldung über die Bröckel-Reaktoren in Tihange oder Doel", sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb müsse der Bund die Initiative ergreifen, damit ältere Atomkraftwerke über eine europaweit verbindliche Begrenzung der Laufzeiten abgeschaltet würden.

Unterdessen gab es vergangene Woche in Tihange erneut eine Panne. Ein Turbinenmotor (im nicht atomaren Teil der Anlage) sei ausgefallen, so ein Sprecher. Der Reaktor 2 sei deshalb am Wochenende automatisch abgeschaltet worden. Voraussichtlich heute laufe er wieder an. Tihange liegt rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze bei Aachen entfernt.

Die Kraftwerke Tihange und auch Doel standen zuletzt wegen illegaler Beihilfen und zahlreicher Pannen in der Kritik. Nicht nur der Protest der Bevölkerung nimmt zu, auch die Regierung traut ihren Kraftwerken nicht mehr komplett und hat bereits Jod-Tabletten ausgegeben.

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