Pilze an der Decke: Designerin entwirft wachsende Lampe

Pilze an der Decke: Designerin entwirft wachsende Lampe

von Marius Hasenheit

Das Zellnetzwerk von Pilzen gilt als Geheimtipp unter den Werkstoffen. Jetzt gibt es die ersten Lampenschirme aus dem Ökomaterial.

Pilze in der Wohnung sind normalerweise nicht willkommen. Das könnte sich bald ändern. Denn das Myzel, also das Zellennetzwerk von Pilzen, wird zunehmend als Material für Möbel und den Hausbau genutzt.

Bereits heute produziert beispielsweise das US-Startup Ecovative Isolier- und Verpackungsmaterial bis hin zu Surfboards mit der Hilfe von Pilzen. Auch das New Yorker Architekturbüro The Living, das in diesem Jahr das Young Architects Program des Museum of Modern Art (MOMA) gewann, hat schon einen Turm ganz aus Pilzmaterial gebaut.

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Wachsende LampeDie ebenfalls in New York ansässige Designerin Danielle Trofe findet jedoch, dass Pilzmyzel sich für noch mehr Anwendungen eignen. Sie will die Zellen nun auch für die Innenausstattung nutzen.

Das Besondere: Sie nutzt nicht einfach Baustoffe aus Pilzmyzel, sondern lässt den Pilz in Lampenschirmform wachsen. Dafür mischt sie auch landwirtschaftliche Nebenprodukte wie Getreidehalme und die Schalen von Getreidekörnern in die Formen. Während der Pilz wächst, bindet er das Biomaterial. Nach einigen Tagen lässt sich der Pilz durch Erhitzen und Trocknen abgetöten, fertig ist der Lampenschirm mit dem Namen Mush Lume. Wer den Lampenschirm irgendwann entsorgen möchte, kann diesen ganz einfach kompostieren.

Der Lampenschirm ist mit einer biologisch abbaubaren Farbe auf Milchbasis beschichtet und damit nicht nur geweißt, sondern nach Angaben der Designerin auch wasserabweisend. Die Pilzlampe lässt sich also ohne Bedenken überall aufhängen, auch dort wo es wie in Küche und Bad viel Wasserdampf gibt.

Produktionsstart in den kommenden WochenDie Designerin Trofe fiel schon öfter mit innovativem, grünem Design auf. Zum Beispiel entwickelte sie einen Tisch mit integrierter Sanduhr, die eine LED-Leuchte antreibt. Auch konzipierte sie kleine, sich selbst versorgende Zimmergärten.

Wie teuer die Pilzlampe sein wird, steht noch nicht fest. Die Produktion beginnt erst in den kommenden Wochen. Natürlich schneiden geflochtene Korblampenschirme oder anderen Naturmaterialien in ihrer Ökobilanz auch gut ab – vor allem bei kurzen Transportwegen. Doch im Vergleich zu einer Durchschnittslampe, sind die Schirme von Danielle Trofe nicht nur eine ökologische, sondern auch eine sehr schicke Alternative.

Sollte sich Pilzmyzel zukünftig in größerem Maßstab züchten lassen, denken wir vielleicht eines Tages beim Wort Pilz nicht nur an Pfannengerichte, sondern auch an Surfbretter und Lampenschirme.

Hier noch ein Video, in dem die Designer erklärt, wie sie auf die Idee für die Pilzlampe kam:



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