Pittsburgh: Uber bringt autonome Taxis auf die Straße

Pittsburgh: Uber bringt autonome Taxis auf die Straße

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Die ersten Tests mit selbst fahrenden Autos hat Uber bereits Mitte August gemacht.

von Dirk Wohleb

Der Fahrdienstleister sticht Konkurrent Google damit wohl erst einmal aus. Vorreiter im autonomen Fahren sind sie trotzdem nicht: Singapur hat bereits fahrerlose Taxis.

Was mit viel Tamtam angekündigt wurde, ist nun endlich geschafft: Kunden des Fahrdienstvermittlers Uber können seit kurzem mit ihrer App selbst fahrende Taxis bestellen.

Den Service bietet das Unternehmen vorerst nur in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania an, dafür in der Anfangsphase aber kostenlos. Erst später sollen die Kunden 1,30 Dollar pro Kilometer zahlen.

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Das Taxi fährt zwar selbst – aber nicht ganz ohne Fahrer. Zunächst werden Autos von einem Mitarbeiter überwacht, der im Notfall eingreifen kann. Denn weder in Pittsburgh noch in anderen US-Städten ist autonomes Fahren derzeit durchgängig möglich; es fehlt an der nötigen Infrastruktur.

Volvo soll 100 Fahrzeuge liefern

Damit sich autonome Fahrzeuge sicher im Straßenverkehr bewegen können, muss ihre Position genau bestimmt werden. Voraussetzung dafür ist ein funktionsfähiges Mobilfunknetz und eine leistungsfähige IT-Infrastruktur.

Damit das passiert, müssten sich alle Beteiligten erst auf Standards im Hinblick auf den Datenaustausch einigen. Auch von Seiten der Aufsichtsbehörden und Versicherungen sind noch viele Fragen offen.

Nahverkehr Olli, der Elektrobus ohne Fahrer

In Berlin präsentierte Local Motors sein autonomes Gefährt. Es soll künftig auch in Deutschland produziert werden.

Aus Zinnwaldit, das im Erzgebirge vorkommt, lässt sich mit dem neuen Verfahren Lithiumcarbonat gewinnen. (Copyright: TU Bergakademie Freiberg)

Die Autos kommen Volvo. Uber ist eigens für dieses Projekt eine Kooperation mit dem Autobauer eingegangen. Beide investieren insgesamt rund 300 Milliarden Dollar. Jeder Partner bringt sein Know-how ein: Volvo soll bis Ende des Jahres 100 Fahrzeuge an Uber liefern, das US-Unternehmen steuert die Apps bei.

Uber und Google: Wettbewerb spitzt sich zu

„Kooperationen sind für unsere Strategie beim Zukunftsthema autonomes Fahren entscheidend“, sagt Uber-CEO Travis Kalnick. Aus Marketing-Sicht ist die Zusammenarbeit mit Volvo für Uber ein cleverer Schachzug: So kann sich der Fahrdienstvermittler weiter als technologischer Vorreiter in Sachen innovative Mitfahrdienste positionieren.

Denn aus den ehemaligen Partnern Google und Uber sind mittlerweile Konkurrenten geworden: Beide wollen sich auf dem vielversprechenden Zukunftsmarkt autonomes Fahren behaupten.

Mittlerweile hat sogar die Google-Mutter Alphabet ihren Vertreter aus dem Uber-Verwaltungsrat abgezogen. Doch damit nicht genug: Google plant nach einem Bericht der New York Times einen eigenen Mitfahrdienst zu gründen.

Singapur hat bereits fahrerlose Taxis

Das Problem ist nur: Der Preis für das erste selbst fahrende Taxi geht an keinen von beiden. Bereits Ende August hatte das US-Startup nuTonomy in Singapur die ersten fahrerlosen Taxis auf die Straße geschickt.

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nuTonomy lässt in Singapur bereits sechs autonome Taxis fahren. (Foto: nutonomy.com)

Dem autonomen Fahren gehört nach Auffassung vieler Experten die Zukunft. Beobachter rechnen damit, dass sich die Technologie bis zum Jahr 2025 zumindest auf Autobahnen durchsetzen wird. Als zentralen Vorteil nennen die Fachleute ein hohes Maß an Sicherheit und damit langfristig die Chance, die Zahl der Unfälle und Toten im Straßenverkehr zu senken.

Sollte autonomes Fahren Wirklichkeit werden, würde sich die Funktion von Autos in Zukunft deutlich verändern. Denn die ehemaligen Fahrer haben plötzlich Zeit, sich während der Fahrt anderweitig zu beschäftigen. Darauf müssten die Automobilhersteller regieren und ihr bisheriges Geschäftsmodell überdenken.

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