Plastikflaschenschneider: So entstehen Schnüre aus Müll

Plastikflaschenschneider: So entstehen Schnüre aus Müll

von Marius Hasenheit

Ein Plastikflaschenschneider erobert gerade die Crowdfunding-Welt. Dabei gibt es auch eine Alternative zum Selbstbauen.

Plastikflaschen sollten heute eigentlich kein Müllproblem mehr sein, sollte man meinen, schließlich gibt es viele umweltfreundliche Alternativen. Und im Zweifel können auch Kunststoffflaschen wiederverwertet werden.

Doch gerade Einwegflaschen aus Kunststoff verdrängen immer mehr umweltfreundliche Mehrwegflaschen und Getränkekartons. Einmal weggeworfen werden die Flaschen im besten Fall recycelt, oft werden sie aber auch einfach in Kraftwerken verbrannt und ein nicht geringer Teil landet sogar in den Meeren. Selbst wenn die Recyclingquote steigt: Es ist verrückt, dass wir solch eine energie- und ressourcenintensive Verpackung, wie die Plastikflasche, als Wegwerfprodukt benutzen. Greenpeace fasst die Geschichte eines Plastiklöffels in diesem sehenswerten Video zusammen:

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Nicht ohne Grund sollen nun in Montreal Plastikwasserflaschen verboten werden. Wer schon Plastikflaschen vermeidet, aber zusätzlich die von Freunden aufwerten will, wird sich über dieses Video (und darin vorgestellte Idee) freuen:

Der kleine Plastikflaschenschneider trifft wohl einen Nerv: Fast eine Million Mal wurde das Video auf Facebook geteilt. Die dazugehörige Crowdfundingkampagne brachte bereits jetzt mehr als 325.000 Euro ein. Nicht schlecht – vor allem wenn man bedenkt, dass die Unternehmer zunächst 8.500 US-Dollar anvisierten.

Brandneu ist diese Idee allerdings nicht. Bereits vor zwei Jahren ging ein russisches Video mit einer ähnlichen Idee viral um die ganze Welt. Und auch in Deutschland wird die Idee umgesetzt - ganz ohne Crowdfundingkampagne, sondern mit offenen Bauplänen für alle!

Oliver Schlüter ist Teil der Open-Source-Ecology-Bewegung in Deutschland. Die Gruppe will eine soziale und umweltfreundliche Open-Source-Ökonomie aufbauen. Offen zugängliche Pläne sind für die Aktivisten dabei essentiell. In ihrem Blog veröffentlichen sie auch die Pläne zum Bau des Plastikflaschenschneiders. Schwierig ist die Bastelei nicht und für stabile und wetterfeste Pflanzenstricke für den kommenden Sommer wäre dann gesorgt.

Es gibt noch viel mehr Upcyclingideen für Plastikmüll, wie zum Beispiel Kleidung oder ganze Gebäude. Andere wollen gar neue Plastikflaschen aus dem Müll produzieren - aus denen man dann wieder Schnüre ...

Doch trotz all dieser kreativen Ideen: Am besten ist es, sein Lieblingsgetränk lieber aus einer lokal abgefüllten Mehrwegflasche oder einem Getränkekarton zu trinken. Und bei den meisten Einwegpflaschen macht zumindest in Deutschland der Pfand eine Weiterverarbeitung meistens unrentabel.

***Dem Autor auf Twitter folgen: @MariusHasenheit

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