Preise für 3D-Drucker: Die Heimfabriken werden immer günstiger

Preise für 3D-Drucker: Die Heimfabriken werden immer günstiger

von Tobias Finger

3D-Drucker könnten bald jeden Haushalt zu einer kleinen Fabrik machen – die Preise fallen rasant, die Technik wird ausgefeilter.

Die 3D-Druck-Branche befindet sich in stetigem Wachstum. In diesem Jahr sollen mehr als 217.000 Geräte abgesetzt werden. Gerade im Konsumentenmarkt steigen die Verkäufe rasant. Kürzlich stellten etliche Hersteller auf der Consumer Electronics Show 2015 (CES) ihre Neuheiten und Weiterentwicklungen im Bereich des dreidimensionalen Drucks vor. Die wichtigsten gibt es hier im Überblick:

Zum einen erweitern Hersteller, die vor allem in Asien angesiedelt sind, das Angebot. Dabei setzen sie auf niedrige Preise und das herkömmliche FDM-Verfahren, also den Druck mit schichtweise aufgetragenem Flüssigplastik.

Anzeige

Preise für 3D-Drucker: Fast ein SchnäppchenEin Paradebeispiel für diese Entwicklung ist XYZprinting aus Taiwan. Das Unternehmen präsentierte auf der CES sein neues Einstiegsmodell, den DaVinci Jr. Der Desktop-Drucker soll bei Markteinführung lediglich 349 US-Dollar kosten.

Auch die Firma ROBO steigt mit dem R MINI in den Preiskampf ein. Für den Einstiegspreis von 400 US-Dollar müssen gewillte Käufer allerdings auf praktische Features wie eine WLAN-Verbindung verzichten.

Die Preisspanne bei teureren Druckern reicht von 799 US-Dollar für ROBOs R1 bis hin zum 10.000 US-Dollar teuren R MEGA, der mit einem beeindruckenden 1-Kubikmeter-Druckbett daherkommt. Auch andere Hersteller wie Airwolf oder Ultimaker siedeln ihre Desktop-Drucker in der unteren und mittleren vierstelligen Preisklasse an, die mit unterschiedlichen Features wie einer integrierten Kamera oder Touchscreen-Bedienfeldern überzeugen wollen.

Fortschritte im FeindruckEin weiterer Trend: Immer mehr Printer nutzen die sogenannte Stereolithographie (STL). Dahinter versteckt sich ein alternatives vom Unternehmen 3D Systems entwickeltes Druckverfahren, bei dem flüssiges Kunstharz eingesetzt wird, das anschließend ein Laser selektiv aushärtet. Die Technik eröffnet insbesondere im Feindruck von filigranen Objekten völlig neue Möglichkeiten.

Aber auch bei der Stereolithografie drängt XYZprinting mit extrem günstigen Preisen auf den Markt. Das neue Modell Nobel 1.0 soll ab dem dritten Quartal 2015 für 1499 US-Dollar über den Ladentisch gehen – Bestpreis für einen STL-Drucker.

Weitere wichtige und bemerkenswerte Innovationen waren auch im Bereich Food-Printing zu sehen, dem Drucken von Lebensmitteln, das dieses Video zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=8gyKmB6RK-4

Schoko-Deko aus dem DruckerSo hat sich Branchenprimus 3D Systems mit dem Schokoladenhersteller Hershey's zusammengetan und in Kooperation den CocoJet entwickelt, der aus Schokolade druckt. Die Bandbreite der Rohmaterialien reicht von Bitter- über Vollmilch- bis hin zu weißer Schokolade.

Auch im Food-Printing-Bereich macht XYZprinting Schlagzeilen. Das Unternehmen präsentierte eine 500-Dollar-Maschine, die ungebackenen Keksteig und Schokoladen-Deko druckt. Laut ersten Tests konnte das Gerät aber nicht überzeugen.

3D-gedruckte Elektrotechnik?Aber das war es noch nicht in Bezug auf Innovationen beim Drucken von Gegenständen: Zwei Studenten der Universität von Wisconsin stellten die Spectrom-Technologie vor, die das Unternehmen ROBO zukünftig in allen seinen Druckern einsetzen möchte. Sie erlaubt es, in mehreren Farben zu drucken. Hierfür werden allerdings nicht einfach verschiedene Plastikspulen verwendet. Vielmehr entsteht das gesamte Spektrum durch die Mischung von verschiedenen Farbtönen.

Ein anderes Beispiel ist der Voxel8, der das Potential hat, die 3D-Druck-Technik auf ein neues Level zu heben. Von der Elite-Uni in Harvard finanziert, entwickelte ein Forscherteam einen Hybridprinter, der sowohl Plastik als auch leitende Tinte zum Druck verwendet – mehr braucht es nicht, um rudimentäre Elektrogeräte herzustellen. Zum Druck des nächsten Smartphones reicht es zwar noch nicht, eine simple Drohne hat der Voxel8 aber schon ausgespuckt.

Mehr Essen aus dem Drucker, günstigere Heimgeräte und völlig neue Möglichkeiten: Die Branche macht weiter große Schritte. Wenn bald in jedem Haushalt eine Mini-Fabrik steht, schont dass die Umwelt, vermeidet Ressourcenverschwendung und lange Lieferwege. Die Zukunft kommt aus dem Drucker!

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%