Presseschau: Größter Umweltfonds wird sein Geld nicht los

Presseschau: Größter Umweltfonds wird sein Geld nicht los

Bild vergrößern

Im Norden von Kenia bricht Dürre die Erde auf - finanziell wäre Hilfe einfach, es fehlt aber eine zündende Idee.

Im Topf des Grünen Klimafonds stecken Milliarden. Doch derzeit können sie nicht zum Klimaschutz eingesetzt werden, weil es an guten Ideen fehlt.

Der "Green Climate Fund" (GCF) ist der wichtigste Finanztopf, um weltweit Umweltprojekte zu fördern. Aktuell befinden sich 10,3 Milliarden Dollar auf den Konten des 2010 im Rahmen der UNFCCC errichteten Fonds. Mit dem Geld sollen vor allem in Entwicklungsländern Ideen umgesetzt werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Klingt in der Theorie gut, in der Praxis gibt es aber Probleme. In diesem Jahr sollen 2,5 Milliarden Dollar investiert werden, die geeigneten Klimaprojekte verbrauchen aber nur ein Zehntel dieser Summe, wie die taz berichtet.

Anzeige

"Wir sind bereit fürs Geschäft, Geld ist auch da, jetzt bringt uns eure Projekte!", forderte Zaheer Fakir, südafrikanischer Ko-Chef des Aufsichtsrats, die Delegierten bei der halbjährlichen UN-Klimakonferenz in Bonn auf. "Wenn ihr das nicht tut, wird es schwer für uns." Schließlich hätten alle "extrem hohe Ansprüche an den Fonds, die wir nicht alle erfüllen können."

Hohe bürokratische Hürden

"Die Pipeline ist enttäuschend", meint Lutz Weischer von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Viele arme Staaten hätten damit zu kämpfen, aus ihren Klimaplänen vom letzten Jahr Investitionspläne zu machen. Ganz zu schweigen von Projekten, die den Ansprüchen des GCF für Transparenz und Anti-Korruptionskampf genügen.

Ein Problem ist auch, wer das Geld durchreicht. Der Fonds hat 33 Institute akkreditiert. Darunter sind sowohl nationale und weltweite Institute, als auch private Banken wie HSBC und Deutsche Bank – die als Finanzierer der Kohleindustrie gelten. Der "direkte Zugang" ist bisher nur über wenige Institute eingelöst. Auch hier sind die bürokratischen Hürden hoch.

Schon vor zwei Wochen hatte das Portal "Climate Home" gefragt, ob der GCF bei seinen Investitionen höhere Risiken eingehen müsse: "Wenn es einen Paradigmenwechsel geben soll, muss der GCF damit aufhören, einfache Optionen zu wählen."

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%