Schadensersatz: Freistaat Bayern verklagt VW wegen Abgasskandal

Schadensersatz: Freistaat Bayern verklagt VW wegen Abgasskandal

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Bayern wird Volkswagen wegen der Folgen des Diesel-Skandals auf Schadenersatz verklagen. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Im Fokus stehen dabei die Aktienkursverluste. In Südkorea wurden 80 Modelle des Konzerns aus dem Handel genommen. Unterdessen fanden französische Tester weitere Umweltsünder bei der Konkurrenz.

Der Abgasskandal ist für den Volkswagen-Konzern noch immer nicht ausgestanden. Bayern Finanzminister Söder kündigte an, den Autobauer zu verklagen, das berichtet Zeit online.

"Bayern muss Volkswagen verklagen", sagte er. "Der Pensionsfonds wird noch im September beim Landgericht Braunschweig Klage auf Schadenersatz einreichen." Bayern hielt in Form eines milliardenschweren Pensionsfonds für die Landesbediensteten im September 2015 rund 58.000 Vorzugsaktien. Durch die Kursverluste verloren dieser rund 700.000 Euro an Wert.

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Wie andere klagende VW-Anleger geht Bayern davon aus, dass VW zu spät über die Risiken des Abgas-Betrugs informiert hat. Volkswagen hatte bislang alle Anlegerklagen als unbegründet zurückgewiesen und betont, man habe alle Mitteilungspflichten ordnungsgemäß erfüllt.

Grüne kritisieren Bayern

Kritik am Vorgehen gibt es von den Grünen. "Statt Schadensersatzklagen für Bayern erwarten wir, dass die Regierungspartei CSU in Berlin endlich ihre Arbeit macht und die Interessen von Umwelt, Klima und Verbrauchern schützt", zitiert n-tv Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer.

Millionen VW-Fahrer hofften seit Monaten vergeblich auf Unterstützung vom Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU, eine angemessene Entschädigung wie in den USA zu bekommen. Währenddessen versuche Söder, "seine Schäfchen ins Trockene zu bekommen", sagte Krischer.

Südkorea stoppt Verkauf von VW-Fahrzeugen

Eine Hiobsbotschaft erreicht VW auch aus Fernost. Südkorea stoppt den Verkauf von fast allen Fahrzeugen von Volkswagen, schreibt Spiegel online. Insgesamt zog das Land die Zulassung für 80 Modellvarianten der Marken VW, Audi und Bentley zurück, wie die zuständige Behörde mitteilte.

Zusätzlich brummte die Regierung dem Wolfsburger Konzern eine Strafe von umgerechnet 14,3 Millionen Euro auf. Als Begründung wurden gefälschte Unterlagen zu Emissionen und Lärmbelastung genannt. VW kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen. Der Konzern bezeichnete die Entscheidung als "sehr hart".

Zehnmal mehr Abgase als er dürfte, stößt der Renault Talisman lautet französischen Ermittlern aus. (Foto: REUTERS/Philippe Wojazer) Quelle: REUTERS

Zehnmal mehr Abgase als er dürfte, stößt der Renault Talisman lautet französischen Ermittlern aus. (Foto: REUTERS/Philippe Wojazer)

Bild: REUTERS

15 Milliarden Dollar Strafe in den USA

In den USA muss der Konzern Milliardenstrafen und Entschädigungen an VW-Besitzer zahlen. Fast fünf Milliarden Dollar soll Volkswagen in zwei Umweltfonds einzahlen – einen als Ausgleich für jahrelang überhöhten Stickoxidausstoß und einen weiteren zur Förderung emissionsfreier Fahrzeuge. Mit einem Gesamtvolumen von knapp 15 Milliarden Dollar ist es der bislang teuerste Vergleich in der Geschichte der Autoindustrie.
Erschreckende Ergebnisse bei Abgasuntersuchungen gab es nun in Frankreich. Wie tagesschau.de berichtet, haben die Behörden 86 Fahrzeugtypen untersucht und dabei größere Umweltsünder als VW entdeckt.

Untersuchung in Frankreich bringt weiter Umweltsünder ans Licht

Fahrzeuge anderer Hersteller bliesen viel mehr giftige Stickoxide in die Luft und zeigten vor allem große und auffällige Unterschiede, wenn sich die Messbedingungen auch nur geringfügig änderten. Zu den auffälligsten Fahrzeugen gehörten Modelle von Renault, Fiat, Opel, Nissan und Ford.

Der Renault Talisman ist trauriger Spitzenreiter. Bei kleinen Veränderungen stößt er viermal so viel Abgas aus, wie er dürfte. Im realen Straßenverkehr blies der Talisman sogar zehn Mal so viele Stickoxide in die Luft wie erlaubt.
Insgesamt attestierte die französische Untersuchungskommission, dass die geprüften Fahrzeuge aller Hersteller aus Frankreich, Deutschland, Italien oder Japan Abschaltvorrichtungen eingebaut haben, die bewirken, dass die Abgastests unter Laborbedingungen besser ausfallen als auf der Straße.

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