Smartphones: Software soll Akkulaufzeit um fast die Hälfte erhöhen

Smartphones: Software soll Akkulaufzeit um fast die Hälfte erhöhen

von Felix Ehrenfried

In Sachen Akkulaufzeit sehen Smartphones oft ganz schön alt aus. Zwei Entwicklungen wollen das jetzt ändern.

Das Problem ist jedem Smartphone-Besitzer bekannt: iPhone und Co. können zwar vieles, von Restauranttipps ansagen bis zur Navigation durch die Großstadt. Geht es um die Akkulaufzeit, fühlt man sich jedoch wie in den Anfangsjahren des Handys. Denn auch wenn sich die Akkutechnik beständig verbessert und die Hersteller an Möglichkeiten zur längeren Stromversorgung arbeiten: Wirklich lange hält es kein Smartphone ohne Steckdose aus, bei Dauernutzung ist meist nach einem Tag Schluss.

Doch nicht nur die Smartphonehersteller basteln an neuen Lösungen, auch zahlreiche Forscher und Startups haben sich dem Problem der zu geringen Akkukapazität verschrieben. Wir stellen zwei aktuelle Konzepte vor:

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Strom aus der ZuckerzelleHeute sind es meist Lithium-Ionen-Akkus die Smartphone, Tablet und Laptop betreiben. Wissenschaftler der Virginia Tech University wollen jedoch bald mit einem ganz anderen Stoff für frischen Strom in iPhones sorgen: Zucker. Die Experten forschen zwar schon länger an Lösungen, Zucker als Energieträger für Batterien zu verwenden, jüngst ist ihnen hier jedoch ein Durchbruch gelungen.

Dem Co.Exist Blog zufolge konnten die Forscher erstmals eine "Zuckerbatterie" herstellen, die eine zwölfmal höhere Energiedichte als vorherige Modelle aufweist.

Dabei fungiert der Zucker in der Batterie als Speichermedium. In der Batterie wird modifizierte Stärke in eine Zuckerart namens Maltodextrin gespalten, anschließend wird dieser Stoff weiter aufgespalten. Bei diesem Prozess enstehen Elektronen und damit eine Spannung.

Bei dem Prozess werde so viel Energie frei, dass die Batterie rund zehn mal mehr Kapazität habe als heutige Lithium-Ionen Batterien, erklärt der Projektleiter Y H Percival Zhang gegenüber dem britischen Guardian. Der Nachteil: Die süßen Batterien sind nicht an der Steckdose aufladbar, sondern müssen jeweils wieder neu mit Zucker befüllt oder eingesetzt werden. Dadurch eignen sie sich auch wohl eher als externer Akku, den man als Ersatz bei sich trägt.

Dabei müsste der Zucker nicht einmal aus Zuckerrohr kommen, auch wäre es möglich den Betriebsstoff aus beispielsweise Hirse oder Bioabfall zu gewinnen, erklärt Zheng. Geht es nach den Forschern, könnten schon in drei Jahren Tablets und Smartphones an der Zuckerbatterie hängen.

Neue Akkusoftware erhöht Akkulaufzeit um bis zu 40 ProzentEs muss nicht immer gleich ein neuer Akku mit innovativer Technologie sein, der für längere Akkulaufzeiten sorgt. Das wollen jetzt zwei US-Forscher zeigen. Sie haben ein Akkumanagement entwickelt, das die Laufzeit von gewöhnlichen Lithium-Ionen-Akkus um bis zu 40 Prozent erhöhen soll. Unter Akkumanagement versteht man die Software in Elektrogeräten, die für das Laden und Entladen des Akkus zuständig ist.

Der Elektroingenieur Nick Sherstyuk und sein Sohn Tim, ein Chemiestudent, forschen seit mehr als einem Jahr an Möglichkeiten, die Laufzeiten von gewöhnlichen Lithium-Ionen-Akkus zu verlängern. Jetzt haben sie sich ihr Gbatteries-Akkumanagement patentieren lassen. Was die Software dabei leisten soll, klingt beeindruckend.

Gbatteries sorgt laut den Entwicklern dafür, dass Akkus zwischen 10 und 40 Prozent mehr Strom als bisher speichern können, weil sie die volle Kapazität der Batterien nutzen. Aktuell sei dies nicht der Fall, wie die Entwickler erklären. Außerdem soll sich die Anzahl der möglichen Ladezyklen dank Gbatteries vervierfachen. Außerdem büßt der Akku über seine Lebensdauer nahezu keine Leistung ein.

Zusätzlich soll die Software dafür sorgen, dass so gut wie keine Energie verloren geht, wenn das Smartphone oder Tablet nicht gebraucht werden. Damit soll Gbatteries eine fast unbegrenzte Standby-Zeit ermöglichen.

Aktuell ist das Entwicklerduo auf der Suche nach Investoren oder Partnern mit denen sie gemeinsam die Technik an den Markt bringen wollen. Noch zeigen sich die Großkonzerne aber skeptisch. So hätten einige Interessenten "ihre Bedenken ausgedrückt, dass Batterien die länger halten, für weniger verkaufte Einheiten sorgen könnten", sagt Sherstyuk der Zeitung The Globe and Mail.

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