Solarenergie: Schwedisches Startup will Kosten um die Hälfte senken

Solarenergie: Schwedisches Startup will Kosten um die Hälfte senken

von Wolfgang Kempkens

Solarzellen-Hersteller gehen wegen der Konkurrenz aus China reihenweise pleite. Das Startup Sol Voltaics hält dagegen.

Hersteller von Solarzellen gehen reihenweise in die Insolvenz. Die Konkurrenz aus Fernost hat für einen Preisverfall gesorgt, der existenzvernichtend ist. Ein junges schwedisches Unternehmen namens Sol Voltaics hält dagegen. Es hat eine Technik entwickelt, die den Wirkungsgrad von Solarzellen aus Silizium drastisch verbessert - und so die Kosten für Solarenergie signifikant senken soll.

Solarparks, die mit diesen Zellen gebaut werden, sind deutlich billiger, weil sie bei gleicher Stromerzeugung 40 Prozent weniger Fläche benötigen. Entsprechend weniger Kabel müssen verlegt werden, und selbst die Pflege kostet weniger. Damit die Effektivität  von Solarzellen nicht sinkt, müssen sie regelmäßig von Schmutz befreit werden.

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Was die Schweden machen grenzt an Zauberei: Sie produzieren eine Art Tinte, in der Solarzellen schwimmen, die nur wenige Nanometer groß sind (ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter). Sie bestehen aus Galliumarsenid (GaAs), einem der effektivsten Werkstoffe für die Umwandlung von Licht in Strom. Bisher wird GaAs nur in Konzentrator-Solarzellen genutzt, weil es um ein Vielfaches teurer ist als Silizium und andere Werkstoffe, aus denen Zellen hergestellt werden.

Der Kostenaspekt fällt bei der schwedischen Entwicklung kaum ins Gewicht, weil die Materialmengen für die nanogroßen Partikel extrem klein sind. Außerdem hat Sol Voltaics ein besonders kostengünstiges Produktionsverfahren entwickelt. Die winzigen Solarzellen wachsen Schicht für Schicht in so genannten Epitaxieanlagen auf Wafern aus Silizium.

Die bestehen aus zwei Hälften. Die erste hat  durch Beschuss mit Fremdatomen einen Überschuss an Elektronen, in der zweiten herrscht Mangel daran. Den Abschluss bildet ein Klecks Gold, das als Kontakt dient, über den der Strom abfließt. Die Energie der Sonne aktiviert die Elektronen, sodass sie als nutzbarer Strom herausfließen und nach getaner Arbeit wieder zurückkehren.

Kosten von fünf Cent pro KilowattstundeDie drahtförmigen Zellen landen in der besagten Art Tinte, die auf fertige Siliziumzellen gepinselt wird. Hier  richten sie sich aus einem geheim gehaltenen Grund wie die Soldaten aus: Die goldenen Köpfchen zeigen alle nach unten. Eine transparente leitfähige Folie bildet den Abschluss. Die Schicht aus Nanosolarzellen ist so dünn, dass das Sonnenlicht ungehindert zur Siliziumzelle durchkommt.

Der Wirkungsgrad einer solchen Anordnung erreicht bis zu 25 Prozent. Die Siliziumzelle allein kommt auf maximal 16 Prozent. Die Schweden versprechen, mit ihrer Technik die Produktionskosten für Solarstrom im günstigsten Fall auf fünf Cent pro Kilowattstunde zu drücken.

2015 soll die Produktion auf einer Pilotanlage beginnen, ein Jahr später die Serienfertigung. Bei Investoren sammelte das Jungunternehmen bisher gut acht Millionen Euro ein. Es braucht dann noch mindestens 15 weitere Millionen.

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