Solarer 3D-Drucker: Wasserleitungen aus Plastikmüll

Solarer 3D-Drucker: Wasserleitungen aus Plastikmüll

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Wasserleitungen aus Plastikmüll, das ist die Mission des australischen Forscherteams um Mazher Mohammed mit seinem solaren 3D-Drucker.

von Dieter Dürand

Australische Forscher stellen aus recyceltem Kunststoff Hähne, Pumpen und Rohre für die Wasserversorgung in abgelegenen Regionen her. Der Drucker arbeitet mit Sonnenstrom.

Der Siegeszug der 3D-Drucker, die Bauteile Schicht für Schicht in jeder gewünschter Geometrie aufbauen, gewinnt beständig an Fahrt. Ob Knieprothesen, Möbel, Schiffsschrauben oder gar ein komplettes Raketentriebwerk – das Einsatzgebiet und die technologischen Möglichkeiten der sogenannten additiven Fertigung erweitern sich in atemberaubendem Tempo. Jetzt fügt ein Forscherteam der australischen Deakin Universität um Mazher Mohammed dem zukunftsträchtigen Produktionsverfahren eine weitere wichtige Dimension hinzu: die Umweltschonung.

Mohammed und seine Mitstreiter haben einen Drucker entwickelt, der zumindest in sonnenreichen Gegenden mit dem Strom auskommt, den Solarzellen produzieren und in einer Batterie einspeichern. So kann das Gerät, so der Grundgedanke des Ingenieurs, auch in Gegenden ohne ein öffentliches Elektrizitätsnetz eingesetzt werden.

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Was es selbst dort jedoch heute fast immer im Überfluss gibt, sind weggeworfene Flaschen, Tüten und Verpackungen aus Plastik. Die Forscher pressen sie zu kleinen Pellets, aus denen sie für den Herstellvorgang dünne Fäden schmelzen. Mohammed fasst die Vorteile zusammen: Der Rohstoff und die Sonnenenergie sind kostenlos. Das sei wichtig, um 3D-Druck auch in Gegenden nutzen zu können, in denen Armut herrsche. Und statt Landschaften und Gewässer zu verschmutzen, werde der Kunststoffabfall sinnvoll verwendet.

Umweltverschmutzung Kleine Raupe Nimmersatt mit Appetit auf Plastik

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In einem ersten Projekt wollen die Forscher mit Hilfe der Technologie Wasserleitungen aufbauen und reparieren. Ihr Motto: Verwandle Plastikmüll in sauberes Wasser. Rohre, Hähne und Vorratsbehälter kann der Drucker unter anderem herstellen. Erprobt werden soll er noch dieses Jahr auf den Solomon Inseln. „Dort türmt sich das Plastik überall in den städtischen Straßen, verstopft die Abflussrinnen und landet im Meer, wo er das marine Leben tötet“, schildert Tom Rankin die wenig erfreuliche Situation. „Wir wollen den Kunststoffabfall in nützliche Dinge verwandeln“, ergänzt Australiens zuständiger Manager für Wasser, Abwasser und Hygiene. Sprich die Menschen mit sauberem Wasser versorgen.

Um die Kosten der ersten Prototypen des solarbetriebenen 3D-Druckers zu refinanzieren, sammelt die Uni derzeit per Crowdfunding Geld ein. Investoren, zumeist Privatleute, haben bereits 18.000 australische Dollar aufgebracht; 30.000 werden benötigt. Bewährt sich das Projekt, will es das Forscherteam rasch auf andere Entwicklungsregionen ausdehnen.

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