Solarschloss: Skylock schützt Räder vor Langfingern

Solarschloss: Skylock schützt Räder vor Langfingern

von Tobias Finger

US-Ingenieure haben ein Fahrradschloss entwickelt, das bei versuchtem Diebstahl Alarm schlägt.

Pro Tag werden in Berlin 72 Räder geklaut, das ist in Rekordwert, genauso wie die bundesweit einzigartig niedrige Aufklärungsquote von nur vier Prozent.

Das Ingenieurs-Team von Velo Labs aus San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien könnte mit seinem Fahrradschloss Abhilfe schaffen. Denn Skylock ist kein gewöhnlicher Fahrradriegel.

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Statt mit einem Schlüssel lässt er sich über eine Smartphone-App oder einen Code manuell öffnen. Das Handy verbindet sich mit dem Schloss via Bluetooth. Ein mit Solarzellen betriebener Akku versorgt das Schloss mit Strom.

Die Fernsteuerung kann allerdings mehr: Macht sich jemand an dem Schloss zu schaffen, informiert die App den Nutzer sofort. Denn Skylock ist mit Sensoren versehen, die wiederholte Stöße registrieren und eine Diebstahl-Warnung auf das Handy-Display senden.

Gleichzeitig informiert Skylock ausgewählte Kontakte, wenn der Besitzer einen Unfall hat. Denn es erkennt einen starken Aufprall. Damit keine unnötige Panik entsteht, fragt die App im Fall einer Erschütterung nach dem Wohlbefinden des Besitzers. Nur wenn keine Reaktion kommt oder der Alarm nicht deaktiviert wird, gehen die Mitteilungen raus.

San Francisco: Elf gestohlene Räder täglichDass Velo Labs aus San Francisco kommen, verwundert nicht. Fahrradfahren hat dort in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen. Immer mehr Menschen verzichten auf ein Auto und schwingen sich stattdessen auf den Sattel.

Mit mehr Fahrrädern auf den Straßen steigt aber auch die Zahl der geklauten Drahtesel. Über 4.000 gestohlene Fahrräder registrieren die Behörden jährlich oder etwa elf pro Tag.

Mit dem neu entwickelten Skylock Shackle Design wollen Velo Labs die Diebstahlsicherheit noch erhöhen. Zwar „kann jedes Schloss mit genug Zeit und dem richtigen Werkzeug geknackt werden“, wie die Entwickler sagen. „Für Skylock brauchen Diebe aber zwei Schnitte, das gibt Dir doppelt so viel Zeit, auf einen Diebstahlalarm zu reagieren.“ 

Denn in Skylock sind zwei separate U-förmige Schlossstifte verbaut, die nicht wie üblich rund sind, sondern eine „Tränenform“ haben. Sie erschwert es, den Bolzenscheider auf einen Punkt zu konzentrieren (siehe folgende Grafik).

Solarstrom und Bike SharingSkylock ist aber nicht nur praktisch und sicher, es ist auch umweltfreundlich. Dank seines geringen Stromverbrauchs und der Solarzellen hält der Akku Monate.

Zusätzlich haben die Entwickler unter Leitung von CEO und Gründer Jack Al-Kahwati dem Skylock eine Bike Sharing Option verpasst. Die App informiert Freunde über die Position des Fahrrads und öffnet das Schloss bei Bedarf.

Bestes Gadget für VielradlerAuf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo ging Skylock vergangenen Sommer durch die Decke. Mit 29.407 US-Dollar erreichten die Entwickler von Velo Labs fast das Doppelte ihres Fundingziels, das auf 15.000 Dollar angesetzt war.

Doch die ausgefeilte Mechanik und Elektronik hat ihren Preis: Vorbesteller zahlen 159 US-Dollar. Im Laden kostet Skylock dann vorraussichtlich 249 US-Dollar, etwa 220 Euro. Zum Vergleich: Ein solides Schloss liegt bei etwa 40 Euro, eines aus der Spitzenklasse bei 80 Euro.

Das will und kann sich nicht jeder leisten. Doch insbesondere für Vielradler, die die intelligenten Funktionen von Skylock voll nutzen wollen, könnte es das beste Gadget seit langem sein. Pünktlich zur Rad-Saison im Sommer sollen die ersten Schlösser verschifft werden.

Skylock auf Youtube:

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