Solarstrom to go: Neue Generatoren arbeiten ohne Diesel

Solarstrom to go: Neue Generatoren arbeiten ohne Diesel

von Peter Vollmer

Die Lycan Powerbox ist einer der ersten Generatoren, die mit Akkus laufen. Noch ist die absolute Energiefreiheit aber teuer.

In jedem guten Katastrophenfilm kommt der Punkt, an dem die Protagonisten auf Kerzen zurückgreifen müssen: Das Stromnetz kollabiert, Kraftwerke produzieren keinen Strom mehr und auch die Dieselvorräte gehen bald zur Neige.

So drastisch muss die Situation natürlich nicht sein, damit man sich Strom wünscht, wenn gerade keine Steckdose in der Nähe ist. Tragbare Powerbanks laden zwar mittlerweile das Handy, Stromspeicher für den eigenen Keller helfen ebenfalls, aber auf Baustellen, an abgelegenen Orten oder an Filmsets rattern immer noch Dieselgeneratoren.

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Das US-Unternehmen Renogy will nun auch hier für eine Energiewende sorgen: Mit einem Generator auf Akku-Basis. Der soll leicht genug für den Transport sein, aber leistungsfähig genug, dass er auch Kühlschränke oder Laptops mit Strom versorgen kann.

Derzeit werben die Kalifornier auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo um Investoren. 75.000 US-Doller sollen zusammenkommen, dafür bekommt man den Generator in verschiedenen Sets deutlich günstiger.

In "The Lycan" stecken moderne Lithium-Akkus, entsprechend sehen auch die technischen Daten aus: Der Akku soll 900 Wattstunden speichern können – da kann man unterwegs schon mal auf den Gaskocher verzichten und gleich eine Mikrowelle mitnehmen.

Leistungsfähige Akkus sollen Generatoren attraktiv machen2000 Ladezyklen verspricht Renogy seinen Kunden. Und die Batterie soll alle Werte, die versprochen werden, auch einhalten: Volle 75 Amperestunden, Aufladung mit bis zu 300 Watt, die etwa von Solaranlagen kommen können - kein Problem für die "derzeit beste [Batterie] auf dem Markt". Und man könne die rund zehn Kilo schweren Akkus im Generator ganz einfach austauschen.

Die Box, in der die Akkus stecken, sieht dabei nicht nur gut aus, sondern bietet alles, was man an abgelegenen Orten so brauchen könnte – Gleich- und Wechselstromausgänge sowie drei USB-Ports. Und Räder hat das gute Stück auch noch, damit man die rund 27 Kilogramm nicht immer tragen muss.

Kosten soll die Kiste später 1.800 US-Dollar, für Vorbesteller derzeit noch 1.200. Der einzelne Akku liegt bei 500 US-Dollar. Je nach Set kosten die entsprechenden transportablen Solarpanels dazu nur noch ein paar hundert Dollar mehr.

Erste Generatoren-Generation auf dem MarktDabei geben die Entwickler an, gar nicht crowdfunden zu müssen: Renogy als Unternehmen gibt es bereits seit sechs Jahren, man sehe es als "Bildungskampagne", erklärte Produktentwickler Shan Patel. Selbst wenn man das Finanzierungsziel für The Lycan nicht erreichen würde, werde das Projekt nicht gekippt.

Es ist eine Werbekampagne für einen Markt, der gerade entsteht: Auch das Unternehmen "Goal Zero" bietet einen solchen Generator an, der etwas günstiger, allerdings deutlich schwerer ist. Denn der "Yeti 1250" enthält Bleisäure-Akkus, wie man sie bereits von Autobatterien oder E-Roller-Akkus kennt – diese haben gegenüber Lithium-Akkus allerdings einige Nachteile, so entladen sie etwa deutlich schneller.

Dafür ist der Yeti schon auf dem Markt – anders als der"Kodiak" des Unternehmens Inergy. Dieses war im Winter mit seinem Generator erfolgreich ins Crowdfunding gegangen. Dieser ist in Form, Ausstattung und Preis der Lycan Powerbox schon sehr ähnlich.

Mit einem Benziner können die Solar-Generatoren preislich noch nicht mithalten. Allerdings fallen die laufenden Kosten weg – wer den Generator als Notfall-Gerät betreibt, wird sich von der Solar-Lösung nicht überzeugen lassen. Wer allerdings in der Gartenlaube eine autarke Lösung sucht und ungern brennbare Flüssigkeiten einlagert, für den könnte sich ein Blick lohnen. Und leiser und sauberer sind Lycan und Co. allemal.

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