Solarzelle im Display: Neues Smartphone lädt sich selbst auf

Solarzelle im Display: Neues Smartphone lädt sich selbst auf

von Andreas Menn

Ein neues Handy bleibt ständig in Standby: Dank einer durchsichtigen Solarzelle, die im Display integriert ist.

66 Prozent der Briten leiden laut einer Umfrage aus dem Jahr 2012 unter Nomophobie - der Angst, unterwegs nicht mehr erreichbar zu sein, weil das Handy futsch oder sein Akku leer ist (No-Mobile-Phone-Phobia).

Für derlei Geplagte gibt es nun womöglich eine Hilfe: Das erste Smartphone, dem praktisch nie der Saft ausgeht. Zumindest für den Standby-Modus.

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Das Schweizer Unternehmen Tag Heuer, bekannt für seine Luxusuhren, will im Juli ein Handy auf den Markt bringen, in dessen Display eine durchsichtige Solarzelle integriert ist. Sie soll genug Strom produzieren, um das Handy praktisch permanent in Betrieb zu halten.

Zwar gab es früher schon mehrere Handys, in die Solarzellen eingebaut waren - aber das waren alte Tastentelefone und die Solarzellen waren auf der Rückseite der Geräte integriert. Wer Strom tanken wollte, musste das Handy bewusst auf den Kopf und in die Sonne legen. Versuche von Nokia zeigten, dass im Alltag nur wenig mobiler Sonnenstrom entstand.

Das französische Unternehmen Sunpartner Technologies hat nun eine neuartige Solarzelle entwickelt, die die Energieernte deutlich verbessern könnte: Die durchsichtige Fotovoltaik-Zelle namens Wysips Crystal lässt sich zwischen dem berührungsempfindlichen Touchscreen und dem LCD-Bildschirm des Telefons montieren, ohne das dargestellte Bild zu verschleiern. Auch bei Kunstlicht soll das Solarmodul Strom erzeugen.

Im Meridiist Infinite, dem neuen Smartphone von Tag Heuer, soll diese Technik nun erstmals zum Einsatz kommen. Wie viel Strom das Solar-Handy erzeugen kann, ist genauso wenig bekannt wie die anderen grundlegenden technischen Daten. Beim Gehäuse sollen Titan, Karbon und Kunststoff zum Einsatz kommen - wodurch das Gerät zu einem Luxuspreis verkauft werden dürfe. Ohnehin wird es laut Hersteller nur in einer limitierten Auflage von 1911 Exemplaren verkauft.

Das wirft die Frage auf, wie lange es dauern wird, bis Solar-Displays den Massenmarkt erreichen. Immerhin: Die Franzosen sind nicht die einzigen, die an der Idee arbeiten. Auch Apple hat sich kürzlich eine entsprechende Solar-Technik patentieren lassen, die auch in Tablets und Notebooks eingesetzt werden könnte.

Einen ersten Blick auf das neue Solar-Handy bietet dieses Video:



 

 

 

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