Startups: Wie Big Data Nachhaltigkeit voranbringt

Startups: Wie Big Data Nachhaltigkeit voranbringt

Immer mehr Startups nutzen Datenanalysen für Nachhaltigkeitsprojekte – sei es bei der Rohstoffförderung, in Unternehmen oder der Mobilität.

Wie Fußballfans spätestens seit den Tagen von Jürgen Klinsmann als Trainer der deutschen Nationalmannschaft wissen, ist die Qualität einer Mannschaft nicht nur von den Spielern auf dem Platz abhängig. Das Drumherum aus Fitnessexperten, Mentalchoaches (und sogar Buddhaskulpturen) gilt inzwischen bei Fußballverantwortlichen als ebenso wichtig für den Erfolg. Und auch die zeitgenössische Technik hilft weiter. Mittlerweile sammeln Dienstleister zum Beispiel beim FC Bayern massenweise Fitness- und Gesundheitsdaten der Spieler, um durch die Auswertung mit einer spezieller Software deren Leistung zu optimieren – teilweise sogar in Echtzeit.

Big Data nennt sich das Ganze und ist aus kaum einem Bereich der Wirtschaft, Wissenschaft oder Politikanalyse mehr wegzudenken. Es ist deshalb kein Wunder, dass sich auch Jungunternehmen im Bereich Nachhaltigkeit den Erkenntnispotenzialen großer Datenmengen zuwenden.

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Alistair Langer, Organisator der Reporting 3.0 Konferenz, dem zentralen Treffen in Deutschland zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung, stellt im Folgenden vier der spannendsten Startups aus dem Bereich Big Data und Nachhaltigkeit vor.

Changers.com: Nachhaltige Mobilität belohnen

In jeder Sekunde, in der wir uns fortbewegen, produzieren wir eine Vielzahl an Daten. Aus diesen will das Startup Changers.com herauslesen, mit welchem Verkehrsmittel der Nutzer unterwegs ist. Aufgezeichnet werden die Daten von einer App auf dem Smartphone. Wer statt dem Auto das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel nimmt, den belohnt Changers.com mit Guthaben einer digitalen Währungseinheit. Um die App zu nutzen, müssen die Interessierten aber erst ein Solarladegerät für ihr Smartphone für 149 Euro kaufen.

Die Nutzer können die virtuelle Währung einsetzen, um bei Partnerunternehmen einzukaufen oder Dienstleistungen zu nutzen. So lässt sich mit dem Guthaben bei der Deutschen Post klimaneutral ein Paket versenden, beim CarSharing-Anbieter DriveNow die Anmeldegebühr sparen oder bei dem auf grüne Produkte spezialisierten Onlineversand Avocadostore günstiger einkaufen. Zudem kann der Nutzer seine Daten mit Freunden und der Community teilen und so eine Rangliste erstellen, wer am klimafreundlichsten unterwegs ist. Für die beteiligten Unternehmen ergibt sich im Gegenzug ein Werbeeffekt.

OpenOil: Transparenz in der Ölindustrie

Bisher passen Ölindustrie und Transparenz nicht wirklich zusammen. Um genau das zu ändern, gründete der ehemalige Reuters Korrespondent Johnny West im Jahr 2011 OpenOil. Die Non-Profit-Organisation hat sich dem Ziel verschrieben, das Thema Datentransparenz in die Länder zu bringen, die zwar große Rohstoffvorkommen besitzen, aber davon bisher kaum profitieren.

OpenOil klärt in Regionen, in denen Öl gefördert wird, die Bevölkerung über deren Rechte auf und schafft so die Grundlage für öffentliche Anhörungen und Rechtsverfahren zugunsten der Ortsansässigen. Zudem erstellt West mit seinen Mitarbeitern Netzwerkprofile über Unternehmen in Ländern wie Nigeria – zum Beispiel welche Tochtergesellschaften großer Unternehmen bei der Förderung und Weiterverarbeitung des Erdöls aktiv sind und wer genau Verträge erhält.

Die Idee hinter OpenOil: Die Ölindustrie wird in den nächsten Jahrzehnten noch riesige Gewinne einfahren. Statt Diktatoren an der Macht zu halten und Kriege zu befördern sollen die Einnahmen für das Wohl der Einwohner der Länder sorgen, ihre Lebensqualität verbessern und den Übergang für erneuerbare Energien schaffen.

Verso und eRevalue: Software für das Nachhaltigkeitsmanagement

Florian Holl gründete Verso im Jahr 2007, nachdem er im Rahmen seines Studiums erfolglos nach nachhaltigkeitsrelevanten Informationen für Unternehmen gesucht hatte. Verso, das mittlerweile 17 Mitarbeiter hat, bietet den CSR-Verantwortlichen in Unternehmen seitdem eine Software an, mit denen die Nachhaltigkeitsanstrengungen des Unternehmens geordnet und zum Beispiel in Reports aufbereitet werden können. Beispiele sind der Energie- und Wasserverbrauch, die Abfallmenge und der CO2-Ausstoß. Den Mitarbeitern soll es die Arbeit erleichtern und damit auch die Nachhaltigkeitsanstrengungen in Unternehmen voranbringen.

Das Startup eRevalue geht das Thema Nachhalttigkeit von der anderen Seite an – denn nicht nur für die Unternehmen selbst sind die CSR-Kennzahlen und Auswertungen wichtig, sondern auch für die Stakeholder. Der Begriff umschreibt zum Beispiel Politiker, Nichtregierungsorganisationen und Bürger. Schon mittelgroße Unternehmen sind von der schieren Anzahl dieser Anspruchsgruppen, die für strategische Entscheidungen und langfristiges Wachstum notwendig sind, häufig überfordert. eRevalue erstellt aus den Daten öffentlich zugänglicher Berichte und Webseiten eine Landkarte, in der die verschiedenen Stakeholder nach Relevanz und zeitlichem Horizont angeordnet sind.

Alle vier hier vorgestellten Startups werden ihre Ideen zum Thema „Big Sustainability Data Analytics & Visualization“ auch auf der Reporting 3.0 Konferenz am 6.-7. Oktober 2014 in Berlin präsentieren. Eine Jury wählt aus den Startup-Pitches einen Sieger, der Cloud-Dienstleistungen von Microsoft im Gegenwert von 50.000 Euro erhält.

Mehr zur Reporting 3.0 Konferenz finden Sie auf www.reporting3.org. WiWo Green ist in diesem Jahr erstmals Medienpartner der Konferenz. 

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