Steaks aus dem 3D-Drucker: US-Startup erhält dafür zehn Millionen Dollar

Steaks aus dem 3D-Drucker: US-Startup erhält dafür zehn Millionen Dollar

Frisches Geld für diese Idee: Lederjacken und Schnitzel sollen künftig aus dem 3D-Drucker kommen.

Im Durchschnitt konsumiert der  Mensch 42,5 Kilogramm Fleisch pro Jahr. In Deutschland liegt der Verbrauch sogar bei rund 60 Kilogramm pro Person. 58 Millionen Schweine landen hierzulande jährlich auf der Schlachtbank - kein Vergleich zu anderen Ländern.

Nach Informationen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) werden in China mehr als 660 Millionen und in den USA rund 111 Millionen Schweine pro Jahr zu Koteletts und Würstchen. Und der Fleischkonsum steigt weltweit an.

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Fleisch aus dem Drucker sollUmweltkosten senken

Die Folgen des Fleischkonsums für die Umwelt sind bekannt. Auf Fleisch und tierische Produkte wie Leder zu verzichten, kann helfen. Es wird aber nicht reichen, da in den Schwellenländern die Nachfrage nach Steaks steigt.

Schon 2012 hat daher das US-Startup Modern Meadow eine Lösung für das Fleischdilemma präsentiert: Es hat eine Technologie entwickelt, um Fleisch und Leder aus Biotinte zu gewinnen. "Biofabrication" heißt das Verfahren.

Dabei wird Kühen Zellgewebe entnommen, das Forscher isolieren und teilweise modifizieren. Im Bioreaktor vermehren sich die Zellen dann millionenfach und fügen sich anschließend im 3D-Drucker zu einer festen Masse. Diese Zellkulturen reifen in biochemischen Prozessen wochenlang heran, erst einmal zu Häuten - denn das Startup will sich zunächst auf Leder konzentrieren.

Hier sieht man den TedTalk von einem der Modern Meadow Gründer Andras Forgacs:

Investoren aus Hong-Kong stecken zehn Millionen in Modern Meadow

Bisher fehlte den Gründern Gabor und Andras Forgacs das Budget, um ihre Vision umzusetzen. Nun aber hat der in Hongkong ansässige Investor Horizon Ventures bekannt gegeben, Modern Meadow mit über zehn Millionen Dollar zu unterstützen. Das Geld will Modern Meadow vor allem in seine Forschungsabteilung in New York City und in die Produktentwicklung stecken.

Mit Beteiligungen an Facebook, Skype, der Sprachsoftware Siri und Spotify hat Horizon Ventures schon öfter ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner Projekte bewiesen. Zuvor haben bereits Kapitalgeber wie Sequoia Capital und Artis Venturas in das Vater-Sohn-Vorhaben investiert.

Kommen auch Nieren bald aus dem Drucker?

Was aktuell noch exotisch anmutet, könnte schon mittelfristig völlig normal sein - Lederjacken und Schnitzel aus dem 3D-Drucker. Damit, so Modern Meadow, könnten sie die Umweltkosten für die Fleischproduktion (Boden, Wasser, Energie) erheblich senken. Nur ein Kilo aus konventioneller Erzeugung ist für das Klima so schädlich, wie eine Autofahrt nach Rom, was Forscher im "International Journal of Life Cycle Assessment" dargelegt haben.

Auch in anderen Bereichen, wie in der Medizin, ist die Gewebezucht mittels 3D-Druck vielversprechend. Der medizinische 3D-Druck soll es Chirurgen ermöglichen, passgenaue Implantate zu erstellen.

Das amerikanische Unternehmen Orgonova, das auf den 3D-Druck lebender Zellen spezialisiert ist, konnte im Januar bereits die ersten selbst gedruckten Leberzellen ausliefern.  Nicht auszuschließen, dass in Zukunft auch menschliche Organe aus dem Drucker kommen.

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