Straßen aus Solarmodulen: Amerikaner sammeln mehr als eine Million Dollar

Straßen aus Solarmodulen: Amerikaner sammeln mehr als eine Million Dollar

von David Sahay

Eine Crowdfunding-Kampagne soll die Entwicklung befahrbarer Solarmodule finanzieren.

Erst passierte lange nichts, dann erlebte die Aktion einen unerwarteten Schub: Rund eine Woche vor Ablauf der Crowdfunding-Kampagne ist die Weiterentwicklung der „Solar Roadways“ genannten Technik erfolgreich finanziert.

Damit ist das US-Ehepaar Scott und Julie Brusaw einer Vision näher gekommen, die viele noch immer für unmöglich halten: Highways, Landstraßen und Parkplätze aus befahrbaren Solarmodulen zu bauen, die ihre Umgebung mit Energie versorgen.

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Parkplatz als KraftwerkWiWo Green verfolgt das Projekt bereits seit mehr als einem Jahr und berichtete zuletzt über einen Parkplatz, den die Brusaws mit kleinen Solarmodulen pflasterten. In die etwas klobig anmutenden Module sind LEDs als Fahrbahnmarkierung, Heizelemente gegen Eis und Schnee und natürlich Solarzellen verbaut. Aber die Solarzellen von der Stange deckten nur rund 70 Prozent der Fläche ab.

Um den Strom produzierenden Straßenbelag mit einem Team von Ingenieuren weiterzuentwickeln, hatte das Ehepaar im April eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo gestartet. Das Ziel: eine Million Dollar einzusammeln.

Das Geld soll helfen, die Module zur Produktionsreife zu bringen. „Wir erwarten, dass wir Ende des Jahres mit der Produktion beginnen können“, schreibt das Paar auf der Seite der Kampagne. Bereits jetzt gäbe es eine Vielzahl potenzieller Kunden.

Kosten bleiben vorerst unklar

Dabei sind die wirtschaftlichen Eckdaten der Module nach wie vor unklar. Die Brusaws geben weder Auskünfte darüber, wie viel Energie die Solar Roadways später einmal liefern können, noch was die Produktion kostet. Noch immer könnte die Idee zu teuer für den Großeinsatz sein. Ende Juli wollen die Brusaws erste Zahlen zu den Produktionskosten veröffentlichen.

Die Unterstützer ließen sich davon jedoch nicht abschrecken: Mehr als 23.000 Menschen unterstützen das Projekt finanziell, darunter drei Geldgeber die jeweils 10.000 Dollar beisteuerten und allein 59 Menschen, denen die Idee immerhin 1.000 Dollar wert ist.

Dabei sah noch vor einer Woche alles danach aus, als würde die Kampagne scheitern. Vier Wochen nach dem Start war gerade einmal ein Viertel des Geldes zusammen gekommen.

Ein Video entfacht einen BoomDann erreichte ein virales Video, das die Idee unterhaltsam vorstellt, über die Verbreitung in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter rund drei Millionen Menschen. Berühmte Persönlichkeiten wie der US-Schauspieler George Takei machten Werbung für die Kampagne. US-Präsident Obama folgte dem Projekt zuletzt auf Twitter. Innerhalb von wenigen Tagen waren die Solar Roadways vollständig finanziert.

Die Welle der Aufmerksamkeit wird dem Projekt sicher gut tun, das Geld die Solarmodule besser machen. Doch erst eine Kostenanalyse wird schließlich zeigen, ob Solarautobahnen in Zukunft großflächig Wirklichkeit werden. Wer bereits jetzt überzeugt ist, hat noch ein paar Tage Zeit, die Idee auf Indiegogo zu unterstützen. 

Hier noch das Video, das die Solar Roadways im Internet bekannt machte:

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