Strom aus Ballons: Energie für Katastrophen-Gebiete

Strom aus Ballons: Energie für Katastrophen-Gebiete

von Sabrina Keßler

Generatoren erzeugen in Notlagen schnell Strom. Ein Projekt verspricht nun umweltfreundlichere Hilfe: Ballons, die aus Sonnenenergie Strom gewinnen.

Naturkatastrophen sind oft unvorhersehbar. Nicht selten enden sie in Tragödien, in denen Menschen von der Außenwelt abgeschnitten sind und nicht einmal Strom haben, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Diesel-Generatoren sind in diesen Fällen oft eine dankbare Hilfe, schädigen aber die Natur. Wie also den Menschen helfen und trotzdem die Natur vor noch mehr Schaden bewahren?

Dieser Frage haben sich drei Studenten des Kunstzentrums Le Laboratoire in Paris angenommen. Zusammen mit Forschern des Institut de Recherche et Développement sur l’Énergie Photovoltaïque (IRDEP) haben sie eine Möglichkeit gefunden, zuverlässig Strom in abgelegenen Orten oder Katastrophengebieten zu generieren. Ihre Methode: Ein photovoltaischer Strom-Ballon.

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50 Meter Höhe dank WasserstoffInspiriert von „fliegenden Objekten“ wie Drachen und Satelliten, entwickelten die Studenten ein System namens Zephyr. Zephyr besteht hauptsächlich aus zwei Komponenten: Einem Ballon, der dank einer Beschichtung aus Kupfer, Indium, Gallium und Selenid Sonnenstrahlen absorbiert und einer Basisstation, die die so gewonnene Energie in Strom umwandelt und speichert. Diese Basis-Station wiederum beherbergt zusätzlich einen Computer, mit der Hilfesuchende Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können.

Damit der Ballon überhaupt steigt, wird er zunächst mit Wasserstoff gefüllt. Am Einsatzort braucht es dafür etwa neun Liter Wasser, die durch einen Elektrolyseur in Gas umgewandelt werden. Mithilfe eines Kabels, das den Ballon mit seiner Basis verbindet, kann der Ballon anschließend bis zu 50 Meter steigen. Ein eingebauter Lenkmechanismus sorgt andauernd dafür, dass er immer optimal zur Sonne ausgerichtet ist.

Prototyp mit ZukunftBis zu 15 Zelte können dank des Strom-Ballons mit Strom versorgt werden, versprechen die Erfinder. Auch wenn derzeit nur ein Prototyp existiert, sind die ersten Experten begeistert von dem Konzept: Schon fünf Auszeichnungen, darunter Preise des Paris Artscience Prize 2014 und des Sharing Energy in the City 2030 Award, konnten die Studenten einheimsen.

Bis zur Marktreife allerdings wird es noch eine Weile dauern. Die Gründer suchen derzeit nach Partnern, die sie bei der Weiterentwicklung unterstützen. Vor allem in Sachen Aerodynamik, der Elektrolyse, der Photovoltaik-Technik des Ballons, dem Energiespeicher und dem Gewicht des Ganzen wollen die jungen Erfinder noch arbeiten. Erst danach ist er für Ernstfälle bereit.

Das Prinzip einfach erklärt in diesem Video:

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