Strom aus dem Blumentopf: So lädt eine Pflanze Smartphones auf

Strom aus dem Blumentopf: So lädt eine Pflanze Smartphones auf

Die Kraft der Photosynthese von Pflanzen nutzen spanische Entwickler, um mit einem Blumentopf Strom zu gewinnen.

Der Strom kommt schon jetzt nicht mehr nur aus der Steckdose, sondern auch schonmal vom Solar-Rucksack oder dem Akku-Generator. Doch ein Team aus Spanien hat eine noch überraschendere Energiequelle gefunden: Pflanzen. Die drei Studenten Pablo M. Vidarte, Javier Rodriguez und Rafael Rebollo entwickelten eine Technologie mit dem Namen Bioo zur grünen Stromgewinnung.

Zunächst inspiriert durch eine Studie der NASA, entdeckten sie, dass bei der Photosynthese in der Erde nahe der Pflanzenwurzel Energie entsteht. Ihr Bioo-System wandelt diese Energie in Elektrizität um. Über einen USB-Anschluss, der in einem Stein im Blumenkübel versteckt ist, kann man sein Smartphone oder Tablet zum Laden anschließen. "Wir zwingen die Pflanze nicht dazu, etwas zu tun oder zu kreieren, was sie nicht schon immer macht", versprechen die Entwickler. Sie nutzen lediglich den natürlichen Vorgang.

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Bei der Photosynthese entstehen chemische Verbindungen, die von Bakterien wieder aufgebrochen werden können. Genau solche Bakterien stecken im Boden des Topfs. Dabei lösen sich Elektronen, die durch Nanokabel eingefangen und zum USB-Kabel geleitet werden.

Bioo ist mit einem versiegelten Tank ausgestattet, der die Wasserabgabe an die Pflanze reguliert. So können Verbraucher zusätzlich sechs bis acht Liter Wasser pro Monat sparen. Als Einsatzorte sehen die Entwickler neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz auch Restaurants und Hotels.

Eine wichtige Frage, die sich stellt: Wie viel Strom kann eine Pflanze den überhaupt erzeugen? Laut Entwicklerteam kann ein Quadratmeter zwischen drei und 40 Watt produzieren, je nach Typ und Größe der Pflanze.

Zwei bis drei Geräte kann man so pro Tag aufladen. Und das völlig kostenfrei. Die Dauer des Ladevorgangs hängt vom der Akku des Endgeräts ab, doch, so sagen die drei Spanier, mehr Zeit als beim Laden über einen Computer nimmt es nicht in Anspruch. Bis vor kurzem mussten sie noch an der Stromspannung arbeiten. Mit einem neuen Modul konnten die bislang erreichten 3,5 Volt auf die für USB-Anschlüsse üblichen 5 Volt gesteigert werden.

Um den letzten Schritt gehen und in die Produktion einsteigen zu können, starteten die Entwickler ein Crowdfunding. Mit großem Erfolg. 15.000 Euro hatten sie als Ziel ausgegeben, über 31.000 Euro von 264 Unterstützern sind zusammen gekommen. Die ersten grünen Ladestationen sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.

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