Supereffiziente LED-Leuchte: Zauberstab soll Millionen Euro sparen

Supereffiziente LED-Leuchte: Zauberstab soll Millionen Euro sparen

von Wolfgang Kempkens

Das schwäbische Startup Ledora hat die wohl sparsamste LED-Röhre entwickelt. Kunden bekommen sie quasi geschenkt.

Die gute alte Glühbirne gehört zu den aussterbenden Arten. Die Verbraucher in den Haushalten ersetzen sie zunehmend durch Energiesparlampen und immer häufiger auch durch extrem umweltfreundliche LED-Leuchten. Die verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie im Vergleich mit den Birnen und ihr Preis sinkt rapide. Bei der Beleuchtung Energie zu sparen, lohnt sich also für Privatverbraucher immer mehr.

In der Industrie scheint sich diese Erkenntnis dagegen erst langsam durchzusetzen. Hier haben die althergebrachten Leuchtstoffröhren immer noch Konjunktur. Aber das könnte sich mit der Entwicklung – und vor allem – dem Geschäftsmodell des 2012 gegründeten Startups Ledora Electronics aus Rottenburg am Neckar ändern.

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Die effizienteste LED-Röhre der WeltMit 185 Lumen pro Watt ist eine neue LED-Röhre von Ledora die wohl mit Abstand leistungsfähigste der Welt (Lumen beschreibt vereinfacht ausgedrückt die Helligkeit). Mit dem neuen Leuchtmittel reduziert sich der Stromverbrauch, der beim Wechsel von herkömmlichen Leuchtstoff- auf LED-Röhren bereits bis zu 40 Prozent ausmacht, noch einmal um etwa die Hälfte. Die Hochleistungsröhre, passend Revolution genannt, existiert derzeit nur als Prototyp. Ab März soll sie auf dem Markt sein.

Dann könnte ein Angebot, das Ledora Industriekunden (zu denen jetzt schon unter anderem Audi, BMW und die Lufthansa gehören), Supermarktbesitzern  und Sportanlagenbetreibern macht, noch attraktiver werden.

Denn wenn sich die Betreiber entschließen, ihre Leuchtstoff- gegen LED-Röhren auszutauschen, müssen sie keinen Euro in die Hand nehmen. Die Rottenburger tauschen die Röhren kostenlos aus und kassieren pro Monat so viel wie der Betreiber bis dahin an seinen Stromversorger gezahlt hat. Die Investition finanziert sich also über die Einsparung bei den Stromkosten. Mit diesem Modell bieten derzeit schon zahlreiche Unternehmen Energieeffizienzlösungen an.

Neuartige KühlungEs können auch höhere Tilgungsbeträge vereinbart werden. Nach drei bis fünf Jahren hat sich die neue Lichtanlage amortisiert, sagt Ledora-Berater Giuseppe Rizzo. Dann profitieren die Betreiber von den niedrigeren Kosten durch geringeren Stromverbrauch. Zur weiteren Kosteneinsparung trägt die laut Hersteller mindestens fünffach höhere Lebensdauer der LED-Röhren bei, verglichen mit Leuchtstoffröhren.

Die Rottenburger beziehen ihre Leuchtdioden vom niederländischen Elektromulti Philips und einem südkoreanischen Hersteller, dessen Namen Rizzo nicht nennen will. Die Montage findet in Rottenburg statt.

Die neue Röhre gibt es, wie bereits die, die das Unternehmen heute herstellt, in warm weiß, weiß und tageslichtfarben. Mit Röhrenlängen von 60, 120 und 150 Zentimetern deckt das Unternehmen die gängigsten Typen ab. Die Ledora-Verantwortlichen sind sich offenbar sicher, dass ihre Röhren lange durchhalten. Sie gewähren bei LED-Leuchtmitteln, die es heute verkauft, fünf Jahre Garantie. Bei der neuen Superröhre sind es sogar acht Jahre.

Für die Unternehmens-Expansion sammelte Ledora vergangenes Jahr 700.000 Euro über die Crowdinvesting-Plattform Seedmatch ein. Derzeit läuft eine weitere Kampagne auf der Plattform Econeers, mit der eine Millionen Euro zusammenkommen sollen.

Wie genau es die Ledora-Ingenieure geschafft haben, noch mehr Lichtleistung aus den LEDs herauszukitzeln, ist natürlich ein Geheimnis. Rizzo verrät allerdings, dass es vor allem an der effizienteren Kühlung liegt. Auch wenn LEDs, verglichen mit der alten Glühbirne, nur einen Bruchteil des Stroms in Wärme umwandelt, brauchen sie ein Kühlsystem. Das besteht aus massivem Aluminium, das die entstehende Wärme direkt abtransportiert.

Das Potenzial der Technik, den Stromverbrauch in Deutschland zu senken, ist durchaus groß. Denn noch brennen laut Schätzungen von Ledora mehr als 800 Millionen herkömmliche Leuchtstoffröhren in Fabriken, Sporthallen und bei Privatpersonen. Würden sie ersetzt, würden die Einsparungen für Stromkosten pro Jahr viele Millionen Euro betragen.

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