Supermärkte: Wie Formel-1-Technik beim Stromsparen hilft

Supermärkte: Wie Formel-1-Technik beim Stromsparen hilft

von Wolfgang Kempkens

Ein Leitblech eines Formel-1-Wagens macht Kühlregale umweltfreundlicher.

Die Formel-1-Piloten des Williams-Rennstalls, Felipe Massa und Valtteri Bottas, sollen schnell sein, aber nicht abheben. Um zu garantieren, dass die Fahrer die Bodenhaftung nicht verlieren, unterhält der Rennstall eine eigene Aerodynamik-Abteilung: Williams Advanced Engineering.

Deren Aufgabe ist es, Luftleitbleche zu entwickeln, die die Boliden möglichst widerstandsarm über die Pisten fegen lassen. Außerdem sorgen sie dafür, dass Rennwagen bei hohen Geschwindigkeiten nicht abheben wie Flugzeuge.

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Energieeinsparung von bis zu 23 Prozent

Das Know-how der Aerodynamiker lässt sich auch abseits der Rennstrecke nutzen, in Supermärkten etwa. Die britische Kette Sainsbury’s spart mit einer Entwicklung von Williams jetzt Energie. Mit von der Partie war das britische Startup Aerofoil – was so viel heißt wie Luftleitblech. Genau das haben sie entwickelt.

Das Blech ist so geformt, dass es die kalte Luft in den Kühlregalen hält. Bisher strömt ein Teil davon in den Verkaufsraum, was Energie verschwendet und Kunden vor Kälte zittern lässt.

Mit den Leitblechen lassen sich auch existierende Kühlregale nachrüsten. Williams war für die Computersimulation der Kaltluftströme und die Tests mit den Blechen am Unternehmenssitz zuständig. Sainsbury’s setzt sie bereits in mehreren seiner 1100 Filialen ein. Die Energieeinsparung lag bei bis zu 23 Prozent.

Kühlung schluckt Großteil der Energie

„Diese von der Formel 1 inspirierte Erfindung hat bewiesen, dass sie Kohlendioxidemissionen reduzieren kann“, sagt John Skelton, bei Sainsbury’s für die Kühlanlagen zuständig. Das Management der Supermarktkette will bis zum Jahr 2020 seinen Ausstoß des Treibhausgases um 30 Prozent senken.

Ein großer Supermarkt, so schätzen die Entwickler bei Airfoil, verbraucht pro Jahr rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Bis zu 70 Prozent davon schlucken die Kühlanlagen. Dieser Energiehunger ist vielen Supermarktbetreibern ein Dorn im Auge. Die neuen Leitbleche könnten also für Abhilfe sorgen.

Als Alternative kommen noch Wärmerückgewinnungsanlagen in Frage. Eine Nachrüstung ist allerdings sehr aufwändig. Neubauten werden dagegen schon oft mit solchen Anlagen ausgestattet, die zumindest im Winter die Energiekosten senken, weil die Abwärme der Kühlaggregate zum Heizen genutzt wird.

Mit Absorptionskältemaschinen lässt sie sich sogar zum Kühlen einsetzen. Diese sind allerdings nur eine Ergänzung herkömmlicher Kühlanlagen. Die müssen schließlich die Wärme liefern.

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