Technik: Gibt es bald das essbare Notebook?

Technik: Gibt es bald das essbare Notebook?

von Felix Ehrenfried

Apple wird zum Apfel: Forscher aus Österreich haben ein Laptop-Bauteil eintwickelt, das kompostierbar ist und sogar gegessen werden kann.

Tausende Tonnen Elektroschrott landen alljährlich in Deutschland in den Mülleimern, in Recyclingstationen und auf Deponien. Ob Computer, Handy oder MP3-Player: Irgendwann haben alle diese Geräte ihre besten Zeiten hinter sich, sind defekt und müssen durch neue ausgetauscht werden.

Doch wo landet eigentlich der ganze Müll am Ende?

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Auch bei gewissenhaftem Recycling können nie alle Teile wiederverwendet werden. Es bleibt immer etwas Müll, der im besten Fall zur Energiegewinnung verbrannt wird. Jetzt haben Forscher der Johannes-Kepler-Universität im österreichischen Linz sich dieses Problems angnommen - und können es vielleicht lindern.

Denn die Forscher haben einen Feldeffekttransistor entwickelt, der biologisch abbaubar ist und der, im Extremfall, sogar verzehrt werden kann.

Feldeffekttransistoren sind kleine elektrische Bauteile, die auch in Kommunikationstechnik eingesetzt werden. Der Linzer Transistor besteht aus natürlichen Ausgangsstoffen, wie Glucose, Koffein oder Beta-Karotin und wurde auf einen biologisch abbaubaren Film aufgedruckt. Damit kann das Bauteil am Ende seiner Nutzung einfach auf den Kompost geworfen werden, oder auf dem Teller landen.

Solche Bio-Bauteile könnten beispielsweise die Kühlkette von Lebensmitteln überprüfen und so dem Verbraucher direkt Auskunft darüber geben. Ebenso wäre eine Kontrolle der Frische von Obst oder die Überwachung von Erschütterungen empfindlicher Materialien mit dem neuartigen Bauteil möglich.

Anwendungsfeld "intelligente Tablette"Außerdem sehen die Forscher ein mögliches Anwendungsfeld in der Medizin: So könnten kleine, biologisch abbaubare Sensoren den Körper von innen heraus überwachen und würden nach einer bestimmten Zeit einfach verdaut. Ebenso wäre es möglich, Tabletten mit abbaubaren Minicomputern zu versehen und damit zu kontrollieren, ob der Patient die Medikamente auch wirklich eingenommen hat.

Bisher ist mit dem abbaubaren Feldeffekttransistor zwar erst ein essbares Bauteil hergestellt worden - allerdings sind sich die Forscher sicher, dass ihre Entwicklung die Unterhaltungselektronik wesentlich umweltfreundlicher machen könnte. Kommt also bald das essbare Notebook?

Wohl nicht so schnell, sagen die Linzer Forscher. Bis weitere Bauteile aus organischem Material gefertig werden könnten, dauere es noch eine Weile. Ähnliche Bestrebungen gibt es übrigens auch auf einem anderen Feld. US-Forscher suchen derzeit nach Verpackungen, die gegessen werden können.

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