Tragbare Ladestation für Handys: Startup bringt Strom in entlegene Dörfer

Tragbare Ladestation für Handys: Startup bringt Strom in entlegene Dörfer

von David Sahay

In Afrika werden Handys immer wichtiger - meist fehlt aber Strom, um sie zu laden. Das Startup BuffaloGrid will das ändern.

Ein leerer Akku degradiert jedes Mobiltelefon schnell zu einem nutzlosen Briefbeschwerer. Gerade in Entwicklungsländern ist das ein Problem. Denn dort wird das Handy immer wichtiger.

Vor etwa einem Jahr rechnete eine Studie der Weltbank vor: Allein in Afrika nutzen rund 650 Millionen Menschen Handys, Informationstechnologie macht rund sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf dem Kontinent aus.

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Mobiltelefone in Afrika haben Einfluss auf Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit und mehr. Statt Buchungen über ein Konto abzuwickeln, bezahlen die Menschen häufig per SMS. Tatsächlich werden über die verschiedenen SMS-Bezahldienste in Afrika mehr Transaktionen abgewickelt, als über Paypal.

Umso wichtiger, dass der Akku des Handys geladen werden kann. Vor allem in ländlichen Gebieten. Das Startup BuffaloGrid aus London will genau das mithilfe einer mobilen Ladestation möglich machen.

Ausgestattet mit einem Photovoltaik-Modul liefert der Akku grünen Strom über acht Lade-Anschlüsse für mehrere Handys. Natürlich liefert die Ladestation auch Energie für andere elektrische Hilfsmittel, wie zum Beispiel Lampen.

Durch die dezentrale Energiequelle kann Strom auch in ländlichen Gegenden und Dörfern ohne Anschluss an die regionalen Energienetze bereitgestellt werden. Gerade dort hat fast jeder Bewohner ein Mobiltelefon. Bisher mussten die Menschen meist Kilometer weit laufen, um zur nächsten Steckdose zu kommen. 

Erste Prototypen der Box werden seit Februar 2013 in Uganda eingesetzt. Gerade hier wird die Notwendigkeit deutlich: 80 Prozent der Menschen dort haben Zugang zu Mobiltelefonen, aber weniger als fünf Prozent haben laut Buffalo Grid direkten Zugang zu Strom, um die Geräte laden zu können.

Das Geschäftsmodell der Gründer sieht vor, einzelne Personen in Dörfern zu Entrepreneuren zu machen, die Ladestationen verwalten und zugleich für das Konzept werben.

Freigeschaltet werden die Anschlüsse gegen Bezahlung per SMS, der Strom fließt also nicht umsonst. So sollen 40 Aufladungen am Tag dem Besitzer der Box umgerechnet 375 Euro pro Quartal einbringen, rund 165 Euro davon decken die laufende Kosten. Dem Besitzer bleibt in dieser Beispielrechnung knapp 1,80 Euro Gewinn pro Tag.

Buffalo Grid ist eine spannende Idee, die leicht skaliert werden kann, denn die Technik (Akku plus Solarmodul) ist ausgereift und wird zunehmend günstiger. Das befand auch die Jury des „3 new things“ Wettbewerbs des britischen Medienunternehmens Virgin. Anfang März wurde BuffaloGrid zu einem von drei Gewinnern gekürt.

Hier noch ein Video, das das Projekt vorstellt:

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