Treibhausgas: Dieser Holländer verwandelt Kohlenstoff in Schmuckstücke

Treibhausgas: Dieser Holländer verwandelt Kohlenstoff in Schmuckstücke

von Sabrina Keßler

Gold und Silber war gestern: In Zukunft soll recycelter Kohlenstoff unsere Hände zieren und dabei die Umwelt schützen.

In China herrscht dicke Luft. Wie ein dichter Teppich legt sich der Smog Jahr für Jahr über die Metropolen des Landes und nährt die Bewohner mit einem Giftcocktail aus Feinstaub, Ozon und anderen gefährlichen Zutaten.

Mehr als 90 Prozent der 190 Großstädte Chinas, die ihre Luftwerte melden, überschreiten die zulässigen Grenzwerte. Die Folge: Allein im Jahr 2010 starben rund 1,2 Millionen Chinesen aufgrund der Luftverschmutzung.

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Während die Regierung jahrelang tatenlos zusah, wollte Daan Roosegaarde etwas ändern. Bereits vor drei Jahren entwickelte der Designer in Peking eine Technologie, die üblicherweise in Krankenhäusern eingesetzt wird: Ein spezieller Filter reinigt verschmutzte Luft von Kohlenstoffen und gibt sie gesäubert wieder an die Umwelt ab. Soweit nichts Neues, doch Roosegaarde wollte mehr.

Schmuck gegen die Umweltverschmutzung

„Mit unserem Projekt wollen wir nicht nur die Umwelt verbessern, sondern Smog greifbar machen“, sagt Roosegaarde, der seit Jahren interaktive Designs kreiert. Aus dem gesammelten Kohlenstoff presst er deswegen kleine, aber massive Würfel, die er auf kuriose Weise recycelt: Er benutzt die verschmutzen Partikel, um Ringe und Manschettenknöpfe herzustellen.

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Nach ersten Tests in Peking, in denen die Technologie erfolgreich getestet wurde, soll die Idee nun größere Ausmaße annehmen: Roosegaarde will einen Turm bauen, der jeden Tag 720.000 Kubikmeter Luft säubert - was für Industriefilter wenig wäre, dabei aber extrem wenig Energie verbraucht. Nur 1700 Watt, die aus Windenergie erzeugt werden sollen, verspricht der Designer.

Schon im September soll der erste Smog Free Tower in Rotterdam entstehen und dann um die ganze Welt touren. Aus dem gesammelten Kohlenstoff sollen so jeden Tag 3500 smogfreie Würfel entstehen, die Roosegaarde zu Schmuckstücken verarbeiten will. Sein Ziel: eine Million Würfel.

Erfolg ist abhängig von Spenden

„Mein Schmuck soll den Menschen die Augen öffnen“, sagt Roosegaarde, der von seiner Idee gänzlich überzeugt ist. „Die Leute sollen wissen, dass sie schon mit einem kleinen Accessoire 1000 Kubikmeter frische Luft spenden.“

Ob der Schmuck tatsächlich in Serie produziert werden kann, ist allerdings noch unklar. Vor kurzem erst hat der Designer eine Kampagne auf Kickstarter initiiert, auf der er seine Idee zu finanzieren versucht. Rund 50.000 Euro braucht er für seinen ersten Turm, mehr als 32.000 Euro von 441 Unterstützern hat er bereits gesammelt.

Wer 50 Euro oder mehr spendet, bekommt den gesammelten Kohlenstoff sogar direkt nach Hause geliefert. Entweder einen Würfel (50 Euro), einen Ring aus rostfreiem Stahl mit Würfel als Schmuckstein (250 Euro) oder Manschettenknöpfe aus Kohlenstoff (250 Euro). Wer darüber hinaus spendet, wird außerdem zur Smog Free Party in Rotterdam am 4. September eingeladen.

Schmuck für mehr Bewusstsein

Tragen können wird man den Schmuck auf der Party jedoch noch nicht. Frühestens ab Dezember, so der Designer. „Bis dahin haben wir hoffentlich genug Kohlenstoff gesammelt, um daraus Würfel zu pressen und zu verarbeiten.“ Wer den Schmuck dann am Finger oder am Ärmel trägt, unterstützt nicht nur den Umweltschutz, sondern erinnert auch sich und andere jeden Tag daran, wie wichtig unsere Umwelt ist.

Wer den Designer bei seiner Idee unterstützen möchte, hat dafür noch bis zum 16. September Zeit. Infos zum Projekt und Möglichkeit zum Spenden gibt es hier.



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