Tschüss, Stromrechnung: Unternehmen bringt Solar-Flatrate auf den Markt

Tschüss, Stromrechnung: Unternehmen bringt Solar-Flatrate auf den Markt

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Mit der sonnen-Flatrate sollen Verbraucher nie wieder für Strom zahlen müssen.

von Wolfgang Kempkens

Ein Zusammenschluss von 2.000 Energiespeichern soll den Gratis-Strom ermöglichen. Damit sollen nicht nur die Kosten für die Verbraucher, sondern auch für den Netzausbau sinken.

Um knapp 70 Prozent ist die durchschnittliche monatliche Stromrechnung für einen Haushalt seit 1998 gestiegen. Damit soll jetzt aber Schluss sein. Zumindest, wenn es nach einem bayrischen Unternehmen geht: Denn die sonnen GmbH will mit einer Flatrate Strom nun kostenlos zur Verfügung stellen.

Klingt gut – gilt aber nur für den, der Mitglied in der „sonnenCommunity“ ist. So nennt der Batteriehersteller aus dem Allgäustädtchen Wildpoldsried die Gruppe der Stromproduzenten, die eine Photovoltaik-Anlage und eine sonnen-Batterie haben. Die kleinste dieser Batterien kostet 3600 Euro, dazu kommen Montagekosten.

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2.000 dieser Batterien will die sonnen GmbH zu einem großen Netzwerk zusammenschließen. (Foto: sonnen GmbH)

Zunächst will sonnen so 2.000 Batterien zu einem großen virtuellen Kraftwerk verbinden. Jeweils ein kleiner Teil der Kapazität dieser Stromspeicher wird mit Hilfe einer speziellen Software als Regelenergie benutzt. Diese ist nötig, um kurzfristige Schwankungen im Stromangebot durch Wettereinflüsse auszugleichen. So soll das Netz stabil bleiben und es nicht zu einem katastrophalen Blackout, also einem totalen Stromausfall, kommen.

Produzieren Wind- und Solaranlagen mehr Strom als aktuell benötigt wird, werden die sonnen-Batterien aufgeladen. Fehlt es an Energie, speisen sie Strom ins Netz ein. Bis zu 80 Prozent des benötigten Stroms können die Besitzer einer solchen Anlage mit Solarenergie vom eigenen Dach abdecken. Benötigen sie mehr Strom, kommt die sonnen-Flatrate ins Spiel: Das Unternehmen übernimmt die weiteren Kosten zu 100 Prozent.

Herkömmliche Kraftwerke sollen ersetzt werden

Die vermeintliche Mildtätigkeit finanziert die sonnen GmbH durch die Bereitstellung von Regelenergie aus den Batterien. Weil dadurch das Stromnetz stabilisiert wird, erhält das Unternehmen von den Netzbetreibern eine Vergütung. Die fließt direkt wieder in die „sonnenCommunity“, um so die Strom-Flatrate finanzieren zu können.

„Künftige Besitzer einer sonnen-Batterie produzieren nicht nur ihren Strom selbst, sondern müssen auch nie wieder für eine Kilowattstunde Strom zahlen“, sagt Philipp Schröder, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing des Unternehmens. Dadurch würden „herkömmliche Kraftwerke ersetzt, CO2 eingespart und durch die zentrale Verteilung auch noch die Kosten für den Netzausbau reduziert“.

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Er geht davon aus, dass die Nutzung der Batterien zum Ausgleich von Stromschwankungen von den Besitzern gar nicht bemerkt werden, weil die Stromspeicher täglich nur wenige Minuten für diesen Einsatz zur Verfügung stehen müssen.

Ein ähnliches Modell hat der Hamburger Energieversorger Lichtblick bereits etabliert. Hier sind es kleine privat betriebene Blockheizkraftwerke, die zu virtuellen Kraftwerken zusammengeschlossen sind.

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