Umfrage: Die Büro- und Arbeitswelt wird nachhaltiger

Umfrage: Die Büro- und Arbeitswelt wird nachhaltiger

Deutsche Unternehmen achten zunehmend darauf, dass auch der Arbeitsplatz umweltfreundlich ist. Warum, erklärt unser Gastbeitrag.

Wie verändert sich unsere Büro- und Arbeitswelt? Mit dieser Frage hat sich die aktuelle Green-Office-Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) befasst. Sie belegt, dass die Nachfrage nach umweltfreundlichen Konzepten und Technologien für die Büroarbeit und Arbeitswelt in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Das wird auch in der nahen Zukunft so bleiben. Warum, erklären Stefan Rief, Leiter des Competence Center Workspace Innovation am Fraunhofer IAO und Mitja Jurecic, Projektmanager des Verbundforschungsprojektes Office am IAO, in ihrem Gastbeitrag.

Immer mehr Menschen und Unternehmen beschäftigen sich mit der Frage, wie sich der Ressourcenverbrauch reduzieren und die Erderwärmung aufhalten lässt. Das zeigt sich auch dort, wo die Deutschen neben ihrem Zuhause die meiste Zeit verbringen: Am Arbeitsplatz.

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Schon jetzt ist die Nachfrage nach innovativen, zukunftsorientierten und umweltfreundlichen Produkten für die Büroarbeit in Deutschland hoch. Und der Bedarf wird aufgrund der veränderten Anforderungen an die Arbeit, neue Technologien und der Abhängigkeit von Rohstoffen in naher Zukunft weiter steigen.

Wie verbreitet eine nachhaltige Büroumgebung heute schon ist, hat das Fraunhofer-IAO in einer Befragung von 250 Unternehmen untersucht. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Kyocera Document Solutions erstellt wurde, ist unter dem Namen »Green Office 2014« erschienen. Die Leitfrage war: Welchen Stellenwert haben nachhaltige Arbeits- und Büroumgebungen in deutschsprachigen Unternehmen?

Hierbei wurde beleuchtet, welche konkreten Maßnahmen die Unternehmen bei der Bürogestaltung, beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in Sachen Nutzerverhalten bereits realisiert haben und planen – aber auch, welche sie nicht vorsehen. Thematisiert wurden darüber hinaus die Beweggründe, mögliche Barrieren sowie die Investitionsbereitschaft für einen nachhaltigeren Arbeitsplatz.

Die Abbildung oben zeigt, dass bereits heute für fast drei Viertel der Befragten eine umweltfreundliche Gestaltung von Büroarbeit, Büroumgebung und Büroinfrastruktur eine wichtige Rolle spielt. 86 Prozent denken, dass der Aspekt in drei Jahren wichtig ist. Die Bedeutung steigt dabei für Produkte und Dienstleistungen ebenso wie für die Gestaltung der Arbeits- und Büroumgebung sowie für umweltgerechtes unternehmerisches Handeln.

Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass das Thema Nachhaltigkeit in den Unternehmen durchweg einen hohen Stellwert einnimmt. Demzufolge sind »Grüne Büros« bereits heute sehr gefragt und künftig kaum mehr wegzudenken. Aber was bedeutet das konkret?

Als »Green Offices« werden Arbeitsumgebungen bezeichnet, die ökonomische ökologische und soziale Belange ganzheitlich in Einklang bringen. Neben nachhaltiger Informations- und Kommunikationstechnologie (»Green IT«) verwenden »Green Offices« umweltfreundliche Gebäude- und Raumgestaltungen (»Green Building«) und schließen nachhaltiges Nutzerverhalten (»Green Behaviour«) mit ein.

Nachhaltige Arbeits- und Büroumgebungen sollten demnach nicht nur umweltfreundlich im Sinne von ökologischen Materialien und Produkten sein. Wichtig ist zudem die Flächeneffizienz am Arbeitsplatz. Und natürlich bringt das nachhaltigste Büro nichts, wenn die Produktivität leidet, der Komfort und die Konzentration. Ein gutes Büro muss außerdem die Kommunikation fördern und gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten schaffen.

Als wichtigste Motive für die Umsetzung umweltgerechter Maßnahmen nennen die Unternehmer in der Green-Office-Studie ein besseres Image, Kosteneinsparungen, sowie den Beitrag zur Umwelt- und Ressourcenschonung. Insgesamt besteht die Bereitschaft, für umweltfreundliche Lösungen Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Trotz vorhandener Investitionsbereitschaft wurden entsprechende Maßnahmen bei Unternehmen aber nur bei gut der Hälfte bereits umgesetzt.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Unternehmen bei der Umsetzung umweltfreundlicher Maßnahmen auch Risiken sehen. Mangelndes Fachwissen ist dabei einer der meist genannten Gründe, um auf Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu verzichten.

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind daher gleichermaßen gefordert, die Entwicklung entsprechender Lösungen voranzutreiben und durch Rahmenbedingungen zu stimulieren. Unternehmen haben wiederum die Chance, mit innovativen Produkten und Dienstleistungen dieser Diskrepanz zu begegnen und sind zudem gefordert, Transparenz zur Leistung ihrer Produkte jenseits der Marketingversprechen zu schaffen.

Dabei ist besonders wichtig, dass Industrie und Forschung eng zusammenarbeiten, um konkrete Wege für die Entwicklung von marktfähigen Lösungen und Produkten zu finden. Diese sollten sowohl den Anforderungen an ein »Green Office« gerecht werden als auch den Erwartungen der Nutzer entsprechen. Am Ende steht für alle eine Win-Win-Situation.

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