Unternehmen: Fünf Tipps für saubere Geschäftsreisen

Unternehmen: Fünf Tipps für saubere Geschäftsreisen

von Jan Willmroth

Nicht einmal jedes zehnte deutsche Unternehmen achtet bei Geschäftsreisen auf die Umweltbilanz. Dabei spart eine saubere Reise sogar Kosten.

Wenn es um Geschäftsreisen geht, ist es mit dem Umweltbewusstsein deutscher Unternehmen nicht weit her. Nur acht Prozent von ihnen achten bei den Trips ihrer Mitarbeiter konsequent auf die Nachhaltigkeit der Verbindung. So steht es in einer neuen Studie des Deutschen Reiseverbandes zum Thema Geschäftsreisen. Ein weiteres Drittel der befragten gibt an, „meistens“ Größen wie den CO2-Ausstoß ihrer Reisenden zu berücksichtigen. Dem Rest ist das nicht so wichtig.

Bei 164 Millionen Geschäftsreisen deutscher Firmen pro Jahr ist es erheblich, wenn mehr als die Hälfte nur selten oder gar nicht auf die Nachhaltigkeit der Verbindung achtet. Je schneller, desto besser. Und Hauptsache, der Mitarbeiter ist auf der Reise auch produktiv. Daran hat sich seit Jahren nichts geändert.

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Es ist immer noch die gleiche Randgruppe der Unternehmen, die bei Reisen auch an den Umweltschutz denkt“, sagt Stefan Vorndran, Vorsitzender des Ausschusses Business Travel beim DRV. „Zwar sagen viele gern, es sei ihnen wichtig – unser Eindruck ist aber ein anderer.“

Dabei bieten Geschäftsreisen eine gute Möglichkeit, mit dem Umweltschutz auch noch Geld zu sparen: Je weniger die Kollegen reisen, desto weniger belasten sie die Umwelt. Und desto weniger Geld geht für Bus und Bahn, Flugzeug und Taxi drauf. So einfach, so effektvoll.

Wir haben ein paar Tipps für grünere Business-Reisen zusammengestellt:

1. Die beste Reise ist keine ReiseDie sauberste Alternative ist, so wenig wie möglich zu reisen. Stefan Vorndran empfiehlt, vor jeder Reise darüber nachzudenken, ob sie wirklich unvermeidlich ist. Müssen drei Meetings in mehreren aufeinanderfolgenden Wochen stattfinden und dafür immer wieder Kollegen den Ort wechseln? Geht es auch per Videokonferenz?

Offenbar hängt es auch von der Jahreszeit ab, wie viele Reisen ein Unternehmen veranlasst: „Es ist interessant zu sehen, wie viele Unternehmen im November und Dezember fast überhaupt nicht mehr reisen“, sagt Vorndran. Der simple Grund: Geht es auf den Winter zu, ist so langsam das Budget aufgebraucht.

2. Clever budgetierenDamit es mit dem möglichst wenig reisen etwas wird, müssen die einzelnen Abteilungen früh planen. Mit einem Budgetrick bekommt man sie auch dazu: Bei null anfangen. Wer nicht reist, braucht auch kein Reisebudget. Am Ende des Jahres sollten die Kollegen dann abschätzen, wie viele Geschäftsreisen sie im kommenden Jahr vorhaben. Auch wenn das unpräzise ist:  Bei vielen längerfristigen Projekten kann man die Zahl der Bahntickets schon abschätzen, bevor das Jahr begonnen hat.

3. Der größte Hebel: Die Wahl des Transportmittels„Wenn man reisen muss, ist die Wahl des Verkehrsmittels der größte Stellhebel“, sagt Vorndran. Ob Dienst- oder Mietwagen: Viele reisten eben immer noch mit dem Auto. Moderne Reiseplanungssysteme zeigen den Mitarbeitern auch den CO2-Fußabdruck ihres Trips an – und der ist bei Reisen mit dem Auto oder dem Flugzeug besonders ungünstig. Wichtig ist nur, dass die Kollegen das auch immer beachten. Muss ich von Stuttgart nach Berlin wirklich den Flieger nehmen? Geht es nicht besser mit der Bahn? Oft ist die Kohlendioxid-ärmste Verbindung auch die günstigste. Das gilt auch für den Weg von Tür zu Tür: Das Taxi zum Flughafen muss nicht sein, oft geht es auch mit der U- oder S-Bahn. Und zum Hotel kommt man auch mit dem Bus.

4. Besser ein sauberes HotelUm die Umweltbilanz der Reise zu perfektionieren, spielt auch das Hotel eine Rolle. „Je opulenter das Hotel, je größter das Zimmer, desto größer ist in der Regel auch der Kohlendioxid-Ausstoß“, sagt DRV-Experte Vorndran. Bislang gibt es keine einheitlichen Standards, an denen sich Reisende orientieren können. Immerhin hat der VDR kürzlich ein Hotel-Zertifikat für Nachhaltigkeit entwickelt: Wenn „Certified Green Hotel“ draufsteht, ist das Hotel eine gute Adresse. Allerdings ist das Zertifikat noch nicht so weit verbreitet. Deswegen gilt erst einmal: Ein kleineres Zimmer tut es auch. Einmal dort angekommen, beginnt bei vielen aber die Verschwendungssucht: Das Licht bleibt an, jeden Tag gibt es ein frisches Handtuch, die Dusche ist so nobel, da dusche ich gleich mal doppelt so lang. Also lieber so verhalten wie zu Hause auch.

5. Der richtige Ort für Meetings und VeranstaltungenViel zu sparen gibt es auch bei Konferenzen, Meetings und Veranstaltungen. Wo sollen wir uns treffen? Am besten nicht grundsätzlich in der Zentrale oder dort, wo die meisten Teamleiter und Chefs ihr Büro haben. Umweltfreundlich ist es, sich dort zu treffen, wo die meisten Teilnehmer herkommen. Das kann dann auch eine Zweigstelle in der Provinz sein. Auch die Klimabilanz des Tagungsorts sollte eine Rolle spielen. Und viele Kleinigkeiten kann man auch bei der Rahmengestaltung beachten: Lieber große als kleine Flaschen, ein umweltfreundliches Menü, weniger Hochglanzbroschüren und Flyer, die die meisten eh sofort wegwerfen.

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