Unternehmen: Unilever will keinen Müll mehr produzieren

Unternehmen: Unilever will keinen Müll mehr produzieren

von Felix Ehrenfried

Unilever hat schon knapp die Hälfte seiner Fabriken zur müllfreien Zone umgewandelt. Mehr sollen folgen. Die Einsparungen liegen in Millionenhöhe.

Große internationale Konzerne sind nicht unbedingt dafür bekannt, grün und umweltverträglich zu produzieren. Häufig stellen sich groß angekündigte Kampagnen zum stark strapazierten Wort „Nachhaltigkeit“ später als reines Greenwashing und Marketingwerkzeug heraus. Was der niederländisch-britische Lebensmittelkonzern Unilever aber kürzlich verkündet hat, könnte mehr als eine Medienkampagne sein – und ein Vorbild für andere Unternehmen werden. Mit seinem Sustainable Living Plan hat das Unternehmen nämlich Großes vor.

Der Konzern, der vor allem mit Marken wie Knorr oder Rexona hierzulande in jedem Supermarkt anzutreffen ist, hat nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte seiner weltweit 285 Produktionsstätten umgestaltet, sodass diese keinerlei Abfall mehr erzeugen. Möglich sei das hauptsächlich durch den Versuch, konsequent Abfall zu vermeiden. Mittelfristig will das Unternehmen überhaupt keinen Abfall mehr zu produzieren. Wo Müll unvermeidbar ist, soll dieser recycelt werden und aus Rohstoffen bestehen, die ohne Probleme weiterverwendet werden können.

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Unilever gibt für diese Wiederverwendung auch ein Beispiel: Perforierte Säcke, die einst für den Transport von Teeblättern verwendet wurden, werden gereinigt und dann als Streu für Tiere verwendet. So schnell kann man sich seines Mülls entledigen und auch noch Profit daraus schlagen.

Abfallvermeidung spart MillionenAußerdem will der Konzern seine Fabriken schrittweise so umbauen, dass sie so wenig wie möglich Ressourcen wie Wasser oder elektrischen Strom verbrauchen. Das sei durch unterschiedliche Konzepte möglich. Die Fabriken besitzen zum Beispiel große Dachfenster, sodass tagsüber Beleuchtung unnötig ist, auf dem Dach sind außerdem Solarzellen installiert, die bei Sonnenlicht Strom produzieren.

Darüber hinaus sind die Fabriken mit Computern ausgestattet, die dafür sorgen, dass Maschinen wirklich nur laufen, wenn sie auch benötigt werden. Durch solch einen konsequenten Einsatz von grünen Technologien sei es Unilever auch möglich, den kostspieligen Abtransport und die Lagerung von Abfall zu reduzieren und damit jährlich rund 70 Milionen Euro einzusparen. Vielleicht ist das auch der Antrieb, weswegen Unilever seinen Nachhaltigkeitsplan so schnell umsetzt.

Eigentlich sollten alle Fabriken bis spätestens 2020 abfalllos sein – derzeit geht man davon aus, dass dieses Ziel schon fünf Jahre früher erreicht werden kann, heißt es bei Unilever. Das Unternehmen schweigt bisher zu den Kosten, die diese enormen Umstellungen verursachen. Angeblich seien nur positive Effekte wie riesige Einsparungen und natürlich eine gute Publicity mit der Umstellung verbunden. Das klingt fast zu schön um wahr zu sein.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir Unilever als britisch-dänischen Konzern bezeichnet. Das ist nicht korrekt. Unilever entstand aus der Fusion eines niederländischen Magarinefabrikanten mit einem britischen Seifenhersteller. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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