Unternehmer: Macht Tesla-Gründer globalen Internetzugang möglich?

Unternehmer: Macht Tesla-Gründer globalen Internetzugang möglich?

von Tobias Finger

Elon Musk scheint eine neue Aufgabe gefunden zu haben: Die ganze Welt internetfähig zu machen.

Elon Musk, Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX und der Autoschmiede Tesla, hat anscheinend ein neues Projekt gefunden, dem er seine milliardenschwere Aufmerksamkeit widmen will. Wie das Wall Street Journal berichtet, arbeitet der US-Amerikaner zusammen mit einer ehemaligen Google-Führungskraft daran, via Satelliten den weltweiten Internetzugang zu ermöglichen.

Bei dem Ex-Google-Mann handelt es sich demnach um Greg Wyler, einen Experten für die stelaren Fluggeräte, der mittlerweile sein eigenes Unternehmen WorldVu Satellites besitzt. Gemeinsam mit Musk möchte er in Serienproduktion eine Satellitenflotte aufbauen, die Onlineverfügbarkeit auch in die abgelegensten Gegenden der Erde bringt.

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Pläne noch nicht ausgereiftNoch ist die Planung aber keineswegs definitiv und bei Weitem nicht abgeschlossen. Ob der Tesla-Gründer Musk sich überhaupt beteiligt, scheint ebenfalls noch keine beschlossene Sache zu sein.

Ein Grund dafür ist, dass die Fabrik zur Produktion der Satelliten erst noch gebaut werden müsste. Laut den Quellen des Wall Street Journals befinden sich die Projektpartner diesbezüglich allerdings in ersten Gesprächen mit Regierungsvertretern der US-Bundesstaaten Colorado und Florida. Das eine mögliche Zusammenarbeit passen würde, steht dabei außer Frage.

So besitzt Wylers Unternehmen WorldVu Satellites die Rechte an einem Teil des Funkspektrums. Über diese Frequenzen könnte das Internet zugänglich gemacht werden. Musk hingegen hat mit SpaceX die Möglichkeiten, die Satellitenflotte in ihre Umlaufbahn zu bringen.

Besagte Flotte soll laut WSJ aus 700 Satelliten bestehen. Jeder einzelne soll weniger als 250 Pfund, also 113 Kilogramm, wiegen und unter einer Million US-Dollar kosten. Die Gesamtkosten des Projekts würden sich auf über eine Milliarde US-Dollar belaufen.

Die Frage ist: Wieso wendet sich Wyler an Musk? – insbesondere da sich Google auf dem gleichen Gebiet profilieren möchte. Neben seiner Erfahrung in der Raumfahrtbranche und dem ausgewiesenen Unternehmergeist Musks scheint es dafür noch einen anderen Grund zu geben. So schlug Wyler laut WSJ ein ähnliches Projekt auch bei Google vor. Eine Umsetzung scheiterte aber offensichtlich daran, dass Wyler beim IT-Riesen mangelnde Fertigungserfahrung ausgemacht hatte. Die hat Musk auf alle Fälle.

Neben Google verfolgt auch Facebook Pläne zur globalen Internetversorgung. Die Konkurrenz ist also groß. Jedoch unterscheiden sich die Herangehensweisen. So beinhalten die Pläne der Social-Network-Konkurrenten beispielsweise auch Drohnen und im Falle von Google Heißluftballons.

Elon Musk, der Philanthrop?Ein weiterer Unterschied ist die Motivation für die Projekte. Während Google und Facebook ihre Nutzer- und damit Kundenzahlen mit einer flächendeckenden Internetversorgung rasant vergrößern würden, kann dies keine Motivation für Elon Musk sein, schließlich brauchen Autos und Raumschiffe mehr als einen Internetzugang.

Beweist sich der kalifornische Milliardär also als der Philanthrop, für den ihn viele halten und der dabei ist, die Automobil- und Raumfahrtindustrie zu liberalisieren und zu revolutionieren? Das wird sich noch zeigen müssen. Eine Kooperation würde diesen Eindruck sicher nicht schmälern. Profitieren würden von dem Projekt neben dem neuen Unternehmen und einem möglichen Investor aber noch viele mehr.

Genauer gesagt diejenigen, die bisher ohne Zugriff auf das WWW auskommen müssen: Schließlich eröffnet ein Internetzugang neben wirtschaftlichem Fortschritt auch Möglichkeiten der Bildung und der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe, die ohne das Netz erheblich erschwert oder ganz undenkbar sind.

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