US-Wahl: Energie-Pläne kosten Trump weitere Wähler

US-Wahl: Energie-Pläne kosten Trump weitere Wähler

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Kein Freund der Erneuerbaren Energien: Donald Trump.

von Wolfgang Kempkens

Mit seiner Abwehrhaltung gegen Solar- und Windenergie riskiert US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump weitere Stimmen im Kampf ums Weiße Haus.

Von Umweltschutz hält Donald Trump nicht allzu viel. Den Klimawandel nimmt er nicht sonderlich ernst. Und von Wind- und Solarenergie will er gar nichts wissen. Zumindest in Kalifornien kommt das nicht gut an. Denn anders als der republikanische Präsidentschaftskandidat, der am 8. November gegen die Demokratin Hillary Clinton antritt, sind die Republikaner im Westen der USA begeisterte Nutzer von Solaranlagen.

In Regionen, die bei Kongresswahlen mehrheitlich Trumps Partei gewählt haben, sind prozentual fünfmal mehr Solaranlagen montiert als in demokratischen Hochburgen. Das hat Solar Pulse herausgefunden, ein Energieberatungsunternehmen mit Sitz in Denver, und eine entsprechende Studie vorgelegt.

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Im Detail wird es noch interessanter. In Gebieten, in denen die Republikaner zwar die meisten Stimmen bekommen, aber nicht übermächtig sind, ist die Zahl der Solarenergie-Nutzer am höchsten. Am geringsten ist das Interesse in Gebieten, in denen die Demokraten äußerst stark sind. Ähnlich sieht es in den republikanisch starken Sonnenstaaten Florida, Arizona und Nevada aus.

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In Kalifornien setzen deutlich mehr Republikaner auf Solarenergie (Solar Pulse)

„Das Ergebnis ist höchst unerwartet“, sagt Paul Zalewski von Solar Pulse. Denn Republikaner gelten als misstrauisch gegenüber erneuerbaren Energien und als Gegner von Subventionen für die grüne Industrie. Laut Studie kauften in den vergangenen fünf Jahren jeder 100. republikanische Haushalt eine Solaranlage. In demokratischen Gefilden war es nur jeder 500. Solar Pulse ermittelte Daten in 25.000 Haushalten.

Klimatische Gründe ausschlaggebend

Als eine der Ursachen fanden die Autoren der Studie Einkommensunterschiede heraus. Demokratische Wähler verdienen im Durchschnitt weitaus weniger als republikanische. Als Hauptursache identifizierte Solar Pulse jedoch klimatische Gründe. Im Südosten des Bundesstaates scheint die Sonne am nachhaltigsten. Wer dort wohnt, wählt eher die Republikaner. Und es gibt noch einen Grund für das Ungleichgewicht: Es gibt mehr Hauseigentümer unter republikanischen als unter demokratischen Wählern. Politik, so das Urteil der Autoren, hat keinen Einfluss auf die Nutzung von Solarenergie.

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Eine Photovoltaik-Zelle im Testlabor des Technikums beim Solarzellen-Hersteller Q-Cells in Thalheim. Quelle: dpa

Bisher jedenfalls nicht. Trump wettert schließlich gegen die Bereiche, in denen es das stärkste Job-Wachstum gibt: gegen die Solar- und die Windenergie-Industrie. Das kommt beispielsweise in Texas gar nicht gut an. Der Öl- und Erdgasstaat liegt bei der Nutzung der Windenergie in den USA ganz vorn.

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