Vielseitige Anlage: Watly reinigt Wasser, liefert Strom und bietet Internetzugang

Vielseitige Anlage: Watly reinigt Wasser, liefert Strom und bietet Internetzugang

Watly ist eine eierlegende Cleantech-Wollmilchsau. Nun soll sie per Crowdfunding marktreif werden.

Wenn Start-ups auf Crowdfunding-Seiten ihre Ziele beschreiben, schießen sie häufig mit Superlativen um sich. Was aber das spanisch-italienisches Start-up-Team von Watly vorhat, stellt viele andere in den Schatten. "Wir werden Millionen von Menschen mit sauberem Wasser, Strom und Internetzugang versorgen", verkündet das Unternehmen auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Diese drei Aufgaben soll die Anlage zum Beispiel in abgelegenen Regionen Afrikas übernehmen.

Von oben betrachtet sieht Watly aus wie ein überdimensionales "H" und wird in seiner finalen Version etwas kleiner als ein Handballfeld sein. Auf der Oberseite der vier "Arme" der Maschine befinden sich Solarthermie-Einheiten. Sie liefern die Wärme für das zentrale Element der Anlage: die Wasserreinigungseinheit. Watly entfernt zunächst Seifen, Lösungsmitteln und Kohlenwasserstoffen aus dem Wasser. Danach erhitzt die Anlage das Wasser, destilliert es und versetzt es schließlich mit Mineralien. Das Start-up wirbt damit, dass Watly alle Arten von Wasser säubern könne: Abwasser, Wasser aus verschmutzten Flüssen und Seen oder Meerwasser. 5.000 Liter reinigt die Anlage pro Tag.

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Das zweite zentrale Element des Alleskönners befindet sich in der Mitte der H-förmigen Maschine. Hier liefern 40 kleine Fotovoltaik-Panele 70 Kilowatt, ideal um damit Akkus zu laden. Die Solaranlage versorgt zudem die WiFi-Einheit für den Internetzugang mit Energie.

Mit Watly setzt das Start-up in drei Bereichen an, in denen weltweit viele Menschen noch schlecht versorgt sind. Mehrere hundert Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Rund 1,2 Milliarden Menschen müssen ohne Elektrizität auskommen. Und fast 60 Prozent aller Menschen sind weltweit offline. "Nicht immer ist Armut das Problem, sondern es fehlt häufig auch die richtige Infrastruktur", sagt Marco Attisani, Gründer von Watly.

Erster Watly-Prototyp noch im Bau

Noch baut das Team des spanisch-italienischen Start-ups an der finalen Version der Anlage. Im September will das Unternehmen sie bei einer Roadshow vorstellen. Bereits im Vorfeld überzeugen konnte Watly beim größten EU Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon2020. Durch das EU-Programm flossen mehr als 1,4 Millionen Euro in die Kasse des Start-ups. Auch der Berliner Accelerator EuropeanPioneers hat das Cleantech-Unternehmen gefördert. Mit dem Geld baute das Start-up unter anderem einen kleineren Prototyp, der in einem Dorf in Ghana die Menschen mit Wasser versorgte.

Die Idee für Watly kam Marco Attisani, als er vor ein paar Jahren von seinem Büro aus aufs Meer blickte. Er arbeitet zu dieser Zeit bereits seit längerer Zeit im Bereich erneuerbarer Energien. "Als ich aufs Meer schaute, dachte ich mir: Warum nicht Wasserreinigung und Stromerzeugung zusammenbringen?!", erzählt Attisani. "Jeder sollte Zugang zu sauberem Wasser und Elektrizität haben". Die Idee für Watly war geboren.

Auch wenn das Unternehmen eine soziale Mission verfolgt, sind Attisanis Ziele keineswegs uneigennützig. "Wir sind keine NGO, sondern wollen mit Watly Geld verdienen", sagt Attisani. Bereits jetzt habe das Unternehmen zahlreiche Anfragen erhalten. Unter anderem afrikanische Regierungen hätten sich gemeldet, berichtet Attisani. Auch deutsche Telekommunikationsfirmen seien interessiert. Namen möchte der Watly-Gründer jedoch noch nicht nennen. Klar ist hingegen: Bis Millionen Menschen die Anlage nutzen ist es noch ein weiter Weg.

So funktioniert die Anlage:

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