Visonäre der Nachhaltigkeit: Ein Fondsmanager erleuchtet die Welt

Visonäre der Nachhaltigkeit: Ein Fondsmanager erleuchtet die Welt

Jacques-Philippe Piverger war Wall-Street-Manager - bis er eine Solarleuchte zu seinem Lebenswerk machte.

Für die Menschen in der westlichen Welt ist elektrisches Licht eine Selbstverständlichkeit, doch für drei Milliarden Menschen im Rest der Welt ist es ein Riesenproblem. Sie haben keinen Strom und erst recht keine Lampe, die sie anknipsen können. Wenn es dunkel wird, können sie in ihren Häusern nicht mehr arbeiten, kochen, lernen oder lesen.

Dunkelheit bedeutet das Ende aller Produktivität - ein Missstand, der Jacques-Philippe Piverger gewaltig auf die Palme bringt. Piverger arbeitet in New York als Top-Manager bei PineBridge Investments. Er verantwortet Fonds in Höhe von zehn Milliarden Dollar, und engagiert sich nebenher für ein Entwicklungshilfeprojekt auf Haiti. Erst die Sorge um das Licht macht ihn zum Sozialunternehmer: Im Juli 2012 schmeißt er seinen Wall-Street-Job hin, gründet mit Kollegen das Startup "MPOWERD" und wird dessen Geschäftsführer.

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"Luci" ist das erste Produkt der Firma: eine aufblasbare Solarleuchte mit Lithium-Ionen-Akku. Die Batterie wird mit Solarzellen aufgeladen und spendet sechs bis zwölf Stunden Energie. Die eingebauten Leuchtdioden erhellen eine Fläche von vier Quadratmetern – genug, um eine Werkbank, Küchenzeile oder einen Schreibtisch zu beleuchten. Manche nutzen sie als Fahrradlampe.

Mit einem guten Gefühl auf die Straße"Einfache Handwerker sparen Geld für Brennstoff und können länger arbeiten", sagt Piverger. Solarlichter helfen, Abgase zu reduzieren und damit Lungenerkrankungen vorzubeugen. Auch die Sicherheit ist ein Aspekt: "Frauen und Kinder können abends mit einem guten Gefühl auf die Straße gehen, wenn sie Luci dabei haben", meint Piverger.

"Ich habe meinen Job in New York wahnsinnig genossen", sagt er. Doch Luci hat ihn komplett verändert. "Es erfüllt mich, dass ich nun in einer Firma arbeite, die Menschen in der ganzen Welt Nutzen bringt." Luci wird heute in 40 Länder ausgeliefert. 100 000 Exemplare hat Piverger nach eigenen Angaben schon verkauft. Auch in westliche Industrieländer: "Dort ist Luci vor allem als Campinglicht oder für Outdoor-Aktivitäten populär", sagt er.

Ein Problem ist allerdings der Preis der innovativen Leuchte: Für 14,95 Dollar wird Luci geliefert, im Handel kostet sie 20 Dollar. In armen Ländern müssten Bauern dafür mitunter drei Wochen lang arbeiten. Pivergers Firma versucht, die Preise niedrig zu halten, indem sie bei Großbestellungen Rabatte gewährt.

Doch das allein reicht nicht. Damit auch die Ärmsten an eine Solarleuchte kommen, spendet das Unternehmen für jede Solarleuchte, die im Westen über den Ladentisch geht, ein Exemplar in die Dritte Welt. Das ist immerhin ein Anfang.

In diesen Tagen stellen wir bei WiWo Green nacheinander sieben Menschen vor, die ihr Leben verändert haben, um die Welt zu verbessern.

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