Werkstatt statt Müll: Das können die Reparatur-Portale für Smartphones

Werkstatt statt Müll: Das können die Reparatur-Portale für Smartphones

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Neuzukaufen lohnt sich nicht, my darling. Zumindest bei teuren Geräten.

von Felix Ehrenfried

Reparieren lassen statt wegschmeißen. Plattformen im Netz zeigen Werkstätten für Smartphones auf und bieten damit eine Alternative zum Neukauf.

Rund 22 Kilogramm Elektroschrott produziert ein Bundesbürger im Jahr, besagt eine Untersuchung der United Nations University aus dem Jahre 2014. Ein Großteil wird zwar recycelt, dennoch landen jährlich riesige Mengen an wichtigen Metallen zunächst im Müll, aus dem sie anschließend aufwendig herausgefiltert werden müssen. Auch tausende Smartphones wandern jährlich in den Abfall. Viele davon haben nur geringe Mängel, oftmals ist die Reparatur jedoch teurer als eine Neuanschaffung. Abhilfe könnten Onlineplattformen schaffen, die Preise für Handyreparaturen im gesamten Bundesgebiet vergleichen.

Ein Beispiel für ein solches Portal ist Clickrepair.de. Hier können Handynutzer den Defekt ihres Smartphones detailliert angeben, um anschließend Reparaturangebote von spezialisierten Werkstätten aus dem ganzen Bundesgebiet abzufragen. Aktuell sind das rund 60 Firmen aus deutschen Großstädten wie Berlin und München, langfristig soll das Angebot aber „sukzessiv ausgebaut und verdichtet werden“, erklärt Marco Brandt, Geschäftsführer der Plattform.

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Portale erhöhen Wettbewerb und senken dadurch indirekt die Preise

Die Vorteile einer Vergleichsplattform für den Verbraucher sind klar: Durch einen direkten Vergleich möglichst vieler Anbieter hat der Kunde einen besseren Marktüberblick, günstige Angebote werden stärker nachgefragt, teurere Unternehmen müssen ihre Preise anpassen oder verlieren Kunden.

Für die Kunden ist der Versand zur Wunschwerkstatt kostenlos, ebenso die Rücksendung. Außerdem soll durch ein Bewertungssystem ein interner Kontrollmechanismus für die Qualität der Reparatur aufgebaut werden.

Neben Clickrepair.de gibt es weitere Anbieter wie Handyreparaturvergleich.de oder Reparaturvergleich.de. Alle Portale verfolgen einen ähnlichen Ansatz: durch einen möglichst breiten Vergleich wollen sie dem Kunden möglichst gute und günstige Angebote vermitteln und gleichzeitig den Handywerkstätten einen Kundenkreis erschließen, der weit über ihr regionales Einzugsgebiet hinausgeht. Der Anbieter mit den besten Preisen und Bewertungen dominiert. So schaffen Portale wie Clickrepair.de einerseits zwar Transparenz für den Kunden, ob sie jedoch schlussendlich für weniger Elektroschrott und länger genutzte Handy sorgen, bleibt fraglich.

Service meist nur für Smartphones der Top-Anbieter

Das liegt vor allem an zwei Dingen: So dürften die Portale die Preise für die Reparatur zwar drücken, dennoch lohnt sich der Schritt zur Werkstatt oftmals nur für teure Endgeräte jenseits der 300 Euro. Wer nur 150 Euro für sein Mittelklasse-Smartphone gezahlt hat, überlegt sich wohl eher zweimal, ob er den Bildschirm für 50 Euro austauschen lässt.

Gleichzeitig wird ein Reparaturservice oftmals nur für die angesprochene Edelklasse an Smartphones von Apple und Co angeboten. Wer ein günstigeres Handy oder das eines unbekannteren Anbieters besitzt, schaut womöglich in die Röhre. So sind Vergleichsportale für die Handyreparatur zwar ein Schritt in die richtige Richtung. So lange es jedoch beim Großteil der Handymodelle noch wirtschaftlicher ist, ein neues Gerät zu kaufen als es zu reparieren, dürfte der positive Einfluss von Reparaturen auf die Menge an Elektroschrott nur gering sein.

Ein anderer, vielversprechender Ansatz wären da modulare Handys, wie zum Beispiel das System von Phonebloks . Hier wird das Handy aus den gewünschten Komponenten simpel von Hand zusammengesteckt. Ist ein Bauteil defekt, kann das schnell und unkompliziert zuhause ausgetauscht werden, ganz ohne Handywerkstatt.

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