Wirtschaft: Unternehmen treiben ihre eigene Energiewende voran

Wirtschaft: Unternehmen treiben ihre eigene Energiewende voran

von Benjamin Reuter

VW baut eine eigene Stromversorgung auf und setzt auf grüne Energie. Damit folgt der Autobauer einem Trend.

In der deutschen Wirtschaft ist es gerade ein Megatrend: Immer mehr große Unternehmen setzen auf ihre private Energieversorgung und treiben damit ihre eigene Energiewende voran (unser neues 30-seitiges Dossier zu diesem Thema lässt sich hier herunterladen). So will zum Beispiel BMW seine Produktion in den kommenden Jahren zu 100 Prozent auf grüne Energiequellen umstellen. Nun hat auch der Wolfsburger Autobauer Volkswagen angekündigt, sich zunehmend energieautark zu machen. Und vor allem: Auch VW will noch stärker auf grüne Energie setzen.

Schon jetzt gewinnen die weltweit rund 100 Werke des VW-Konzerns die Hälfte ihres Stroms aus eigenen Anlagen. In Deutschland werden ab kommendem Jahr schon rund 75 Prozent des Stroms aus effizienten Kraftwärmekopplungs-Anlagen (KWK) und von grünen Energieträgern kommen.

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Hintergrund der Energieoffensive sind wohl auch die Umweltziele des Konzerns bis 2018. So will VW bis dahin ein Viertel der gesamten Energieversorgung auf erneuerbare Quellen umstellen. Bis zu diesem Jahr sollen die Fabriken des Konzerns auch ein Viertel weniger Energie und Ressourcen verbrauchen. Für den grünen Umbau seiner Produktionsstandorte  erhielt Volkswagen erst kürzlich den Altran Innovation Award, den die Technologieberatung Altran zusammen mit der WirtschaftsWoche vergibt.

Bis 2018 investiert VW rund 640 Millionen Euro in den weltweiten Ausbau unter anderem von Wind- und Solaranlagen. Mit dabei sind auch ein Wasserkraftwerk in Brasilien und ein Pumpspeicherkraftwerk. Der Grund für die Eigenstromoffensive laut Wolfram Thomas, dem Umwelt- und Energiebeauftragten bei VW: „Damit machen wir uns unabhängiger von Angeboten und Preisen am Markt."

Energiewende ist Trend bei den UnternehmenDiesem Argument folgen aber inzwischen nicht nur die Autokonzerne, wie Morten Albaek vom dänischen Windanlagenbauer Vestas herausgefunden hat. Er befragte mit dem Analysedienst Bloomberg mehr als 300 internationale Unternehmen dazu, warum sie grünen Strom nutzen. Resultat: "Unternehmen ist es wichtiger, mit grüner Energie Geld zu sparen als ihr Image zu verbessern", sagt Albaek.

Je günstiger umweltfreundliche Energieerzeugung wird, desto schneller wächst die Liste der grünen Umsteiger. Der Baustoffhersteller Sto aus Stühlingen im Schwarzwald etwa betreibt seine Fabriken für Dämmmaterial zu 95 Prozent mit erneuerbarem Strom. Das Freiburger Werk des Pharmahersteller Pfizer gewinnt 93 Prozent der benötigten Energie aus Biomasse, Solarenergie und Geothermie.

Besonders Anlagen zur Kraftwärmekopplung erleben derzeit einen Boom und sind an vielen Produktionsstandorten mittlerweile selbstverständlich geworden. So auch beim Automobilzulieferer Bosch, dem Chemiekonzern Altana, dem Pflegeprodukthersteller Beiersdorf oder dem Schokomacher Milka. Auch BMW nutzt auf dem Werksgelände in Leipzig ein solches Minikraftwerk, das gleichzeitig Wärme und Strom liefert. Das ist 40 Prozent effizienter als Strom und Wärme getrennt zu beziehen.

Diese Entwicklung zeigt: Die Zeiten, als sich Grünstrom und Gewinnrekorde, Investitionen in Effizienztechnologien und Ertragssteigerung, Ökonomie und Ökologie anscheinend ausschlossen, gehen zu Ende.

Disclaimer: Die Technologieberatung Altran ist einer von vier Premium Werbepartnern bei green.wiwo.de

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