Wohnen: US-Startup belebt die Glühbirne wieder

Wohnen: US-Startup belebt die Glühbirne wieder

von Wolfgang Kempkens

Viele verfluchen das Glühbirnenverbot. Denn die neuen Sparleuchten sind teuer und ihr Licht scheint zu kalt. Ein US-Startup verpricht jetzt (legale) Abhilfe.

Nicht nur in der EU sind Glühlampen inzwischen per Gesetz verboten, sondern auch in den USA seit dem 1. Januar 2014. Zu ineffizient sei die Uralt-Technik, werfen ihr die Bürokraten vor. Das US-Startup Finally Light Bulb Company lässt sie jetzt aber wieder auferstehen.

Das spannende daran: Die Leuchte des Jungunternehmens hat die gleiche Form wie herkömmliche Glühbirnen, spendet Licht der gleichen Wellenlänge und verbraucht nur ein Viertel des Stroms. Der einzige Unterschied zur Alttechnik ist der aufgedruckte rundum verlaufende gelbe Balken.

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Spar- und LED-Leuchtmittel, die es derzeit in den Läden zu kaufen gibt, kommen an diese Qualität häufig noch nicht heran. Bisher wird die Sparsamkeit also mit einem Verlust an Gemütlichkeit erkauft.

Die ultimative Birne?Die Birne des Jungunternehmens aus Cambridge im Bundesstaat Massachusetts spendet so viel Licht wie eine konventionelle mit einer Leistung von 60 Watt, verbraucht aber nur 14,5 Watt. Damit ist sie genügsamer als eine Halogenlampe, jedoch energiehungriger als Energiesparleuchten oder LEDs. Allerdings sind die LED-Birnen auch teurer.

Denn die Lampen des Startups kosten "nur" 8,99 Dollar pro Stück (rund 6,60 Euro). Das allein scheint für die Geldgeber des Unternehmens schon Grund genug, für eine stattliche Unterstützung: Sie haben dem Jungunternehmen bisher 19 Millionen Dollar an Wagniskapital zur Verfügung gestellt.

„Wir haben die genialsten Denker in Sachen Beleuchtung zusammengebracht“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens großspurig. Aber das Ergebnis verdient tatsächlich das Label genial.

Denn die Entwickler haben eine etablierte Lichttechnik, die Induktionslampe, drastisch verkleinert, sodass alle Komponenten in Sockel und Glaskolben passen. Im Prinzip handelt es sich bei dem Ergebnis um eine modifizierte Leuchtstofflampe.

Technik kam bisher kaum im Haushalt zum EinsatzDer technische Hintergrund: Die Energie, die die Gasladung leuchten lässt, wird allerdings nicht mit hineinragenden Elektroden eingebracht, sondern berührungslos mit zwei Spulen. Eine sitzt im Sockel, gemeinsam mit der Elektronik, die den Netzstrom von 60 Hertz, wie er in den USA üblich ist, in Strom mit einer Frequenz vermutlich im Megahertzbereich umwandelt. Die Primärspule erzeugt ein elektromagnetisches Feld, das von der zweiten Spule aufgefangen wird, die mitten im Glaskolben sitzt.

Diese wandelt das aufgefangene Feld in Strom um, der das Gas leuchten lässt. Es besteht aus Quecksilberdampf, der unter Spannung unter anderem ultraviolettes Licht aussendet. Es regt Phosphor an, das die Innenseite des Kolbens bedeckt. Dieses strahlt dann in der Lichtfarbe der Glühbirne.

Bisher tun Induktionslampen vor allem in Bereichen Dienst, in denen es auf lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit ankommt, etwa in Sicherheitszonen und in Tunneln. Weil die heute angebotenen Leuchtmittel dieser Art klobig und teuer sind, werden sie in Haushalten kaum eingesetzt. Anders als Leuchtstofflampen spenden sie aber sofort flackerfreies Licht.

Außerdem halten sie bis zu 100.000 Betriebsstunden – Finally Light Bulb garantiert zunächst nur 15.000. Das Unternehmen kann die Birnen relativ kostengünstig anbieten, weil es in Indien produzieren lässt. Ob sich das Produkt am Markt durchsetzt, bleibt abzuwarten. Denn auch die Preise für die extrem sparsamen LED-Leuchten sinken drastisch.

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