Editorial: Earth Hour - das hat die Stromspar-Aktion wirklich gebracht

Editorial: Earth Hour - das hat die Stromspar-Aktion wirklich gebracht

von Peter Vollmer

Einmal im Jahr schalten Menschen weltweit für eine Stunde das Licht aus - eine symbolische Aktion.

Zum zehnten Mal gingen gestern um 20:30 Uhr weltweit die Lichter aus, zumindest einige und die auch nur für eine Stunde. Die 2007 vom australischen Ableger der Umweltschutzorganisation WWF initiierte Aktion, bei der Bürger und öffentliche Einrichtungen für eine Stunde das Licht abschalten, soll auf Klimawandel und überzogenen Energieverbrauch hinweisen.

Mittlerweile nehmen 178 Länder weltweit teil - alleine in Deutschland gab es Aktionen in 241 Städten. Eine Menge Aufmerksamkeit, die die Aktion erreicht. Der dazugehörige Hashtag wurde bei Twitter weltweit mehr als 2,5 Milliarden Mal genutzt, so die Organisatoren.

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Die Angst, dass massenweises Stromsparen die Frequenz des Stromnetzes ansteigen lassen und damit zu einem breiten Stromausfall führen könnte, gibt es mittlerweile nicht mehr, denn tatsächlich ist das Einsparpotenzial durch Licht vernachlässigbar.

Das belegen auch die Zahlen der Netzbetreiber: Um 20:30 Uhr lieferten deutsche Kraftwerke gestern rund 51,3 Gigawatt Leistung. Hinzu kommen zwei Gigawatt, die exportiert wurden. Eine Stunde später waren es rund 50 Gigawatt bei 1,9 exportierten GW. (Und die Leistung stieg auch um 21.45 nicht mehr an.)

Diesen Rückgang am Abend gibt es allerdings an jedem Tag. Mehr noch: Die rund 1,5 GW sind dabei absoluter Durchschnitt.

Earth Hour für Reiche?Da bleibt Kritik natürlich nicht aus. So moniert die FAZ, dass viele Länder wegen Strommangel ohnehin im Dunkeln sitzen: "In bitterarmen Ländern gehen Kinder jeden Tag weitere Wege für Feuerholz. Für Schule bleibt dann keine Zeit. Sie werden die World Earth Hour nicht feiern wollen."

Bleibt also von der ganzen Aktion nichts anderes übrig als schöne Bilder (wie hier bei Zeit Online oder bei Spiegel Online)?

Immerhin: In Zeiten, in denen Menschen auf der ganzen Welt in Nationalismen zurückfallen, ist es ein schönes Zeichen, dass Zehntausende auf der ganzen Welt in guter Absicht auf den Lichtschalter drücken. Auch in diesem Jahr vermittelte die Earth Hour, dass es eine Weltgemeinschaft gibt - die sich nicht nur um sich selbst kümmern möchte.

Auch wenn man als einzelner keinen Einfluss zu haben glaubt, Aktionen wie die Earth Hour zeigen, dass das nicht stimmt. Lobte auch William Shatner vor zwei Jahren - und der ist immerhin Träger der Ehrenmedaille der Sternenflotte:

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