Eine Milliarde Euro für den Klimaschutz: KfW-Bank will grüne Anleihen kaufen

Eine Milliarde Euro für den Klimaschutz: KfW-Bank will grüne Anleihen kaufen

von Peter Vollmer

Die Bundesregierung will Klimaschutzprojekte anschieben; über den Umweg der KfW.

Die Bundesregierung will internationale Klimaschutzprojekte anschieben. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kündigte am Donnerstag an, grüne Anleihen in Höhe von einer Milliarde Euro zu kaufen.

Das Programm soll im zweiten Quartal des laufenden Jahres anlaufen.

Anzeige

Klimaschutzprojekte finanzieren„Durch den Ankauf von Green Bonds soll die KfW geeignete Klima- und Umweltschutzprojekte, zum Beispiel in den Bereichen erneuerbare Energien, Abfallwirtschaft […] oder umweltverträgliche Transportsysteme mitfinanzieren“, erklärt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Grüne Anleihen sind eine Möglichkeit, solche Projekte zu besonderen Konditionen zu finanzieren.

Zuletzt hatte die Bank selbst nachhaltige Anlagepapiere für Kleinanleger ausgegeben. Mit solchen Papieren können Anleger in nachhaltige Projekte investieren, ohne sich selbst eines aussuchen zu müssen. Darum kümmerte sich die KfW.

Nun will die Bank selbst als Käuferin aktiv werden: „Wir beschäftigen uns seit langem mit Nachhaltigkeit im Kapitalmarkt“, erklärt Günther Bräunig, Kapitalmarktvorstand der KfW Bankengruppe.

„Klimaschutz betrachten wir als eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit.“

Projekte müssen transparent seinDer Markt im Bereich der grünen Anlagen, der sogenannten Green Bonds, müsse allerdings weiter ausgebaut werden, so Bräunig.

Er wachse zwar, aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau: 2013 wurden Bonds in Höhe von 11,4 Milliarden Dollar (10,7 Mrd. Euro) ausgegeben, 2014 waren es 36,6 Milliarden (34,4 Mrd. Euro), hat die Climate Bonds Initiative errechnet.

Im Vergleich zum klassischen Anleihemarkt, der sich bald im dreistelligen Billionen-Bereich bewegen dürfte, besteht tatsächlich Handlungsbedarf.

KfW und Umweltministerium haben Mindestanforderungen definiert. Besonderen Wert legen sie demnach auf Transparenz bei den zu finanzierenden Projekten und der Mittelverwendung.

Viele Privatbanken, darunter die Deutsche Bank und JP Morgan, haben sich ebenfalls bereits auf entsprechende Grundregeln geeinigt. Die Deutsche Bank hatte zuletzt angekündigt, den eigenen Green-Bonds-Bestand von 200 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro auszuweiten.

Auf der Ausgabeseite können die Privatbanken aber noch nicht mithalten: Entwicklungsbanken sind - noch vor Unternehmen - Hauptemittenten von Green Bonds.

Die KfW war 2014 hinter der Europäischen Investitionsbank zweitgrößter Ausgeber von nachhaltigen Anleihen. Mit einem Volumen von rund 3,5 Milliarden Dollar übertraf sie sogar die Weltbank.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%