Förderung beschlossen: 4.000 Euro Prämie für ein Elektroauto

Förderung beschlossen: 4.000 Euro Prämie für ein Elektroauto

Bundesregierung und Autoindustrie einigen sich auf Förderprogramm für Elektromobilität. Politisch bleibt die Prämie umstritten.

Beim Autogipfel im Kanzleramt einigten sich Bundesregierung sowie Vertreter der Automobilbranche auf staatliche Kaufanreize für Elektroautos. Ab Mitte Mai 2016 gibt es 4000 Euro beim Kauf eines reinen Elektroautos dazu. Bei Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen, die über Elektro- und Verbrennungsmotor verfügen, liegt die staatliche Förderung bei 3.000 Euro. Bund und Autoindustrie bringen die Fördersumme von insgesamt 1,2 Milliarden Euro zu gleichen Teilen auf.

Ist diese Summe aufgebraucht, endet die Förderung. Zudem gibt einen Deckel beim Anschaffungspreis. Autos mit einem Listenpreis über 60.000 Euro werden nicht gefördert. Für die meisten Modelle deutscher Hersteller ist das keine Einschränkung. Lediglich BMWs i8 und die E-Versionen von Porsche fallen raus. Selbst der chinesische Hersteller BYD mit seinem e6 (59.500 Euro) dürfte von der Prämie profitieren. Lediglich der US-Hersteller Tesla ist komplett von der Förderung ausgeschlossen. Sein Model S mit der 70 kWh Batterie startet in Deutschland bei 82.700 Euro. Dabei ist Tesla der einzige Hersteller, der komplett auf elektrisch angetriebene Autos mit mehreren hundert Kilometern Reichweite setzt. Zusätzlich installiert Tesla sein eigenes Ladenetzwerk in Städten (Destination Charger) und Schnellladestationen entlang der Autobahnen.

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Mehr Ladestationen durch staatliche Unterstützung

Die Ladeinfrastruktur soll ebenfalls mit den staatlichen Geldern gefördert werden. Denn zum Durchbruch auf breiter Front gehören nicht nur Elektroautos, sondern auch die passenden „Steckdosen“. Ladestationen würden mit weiteren 300 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 ausgebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt möchte die Bundesregierung eine Million Elektroautos auf den Straßen sehen. Doch die Nachfrage in Deutschland ist gering. Zum Jahresbeginn zählte das Kraftfahrtbundesamt 25.502 Elektroautos und 130.365 Hybrid-Fahrzeuge. Bei insgesamt 45,1 Millionen angemeldeten PKWs ist das ein Anteil von 0,35 Prozent. Dabei können Käufer unter rund 30 E-Modellen unterschiedlicher Hersteller wählen.

Vor dem Gipfel herrschte bei den Parteien Uneinigkeit. „Es gibt in der Bundestagsfraktion erhebliche Vorbehalte gegen eine Kaufprämie“, sagt Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU). Die Meinungen innerhalb der SPD gehen auseinander. Wobei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Kaufprämie für sinnvoll hält. „Es gibt keinen Grund, warum alle Steuerzahler die Prämie mittragen müssen.“ Konsequent wäre es, Halter „übermotorisierter Spritschlucker“ zur Finanzierung der Prämie heranzuziehen“, sagt Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur.

Reine Elektroautos sind bereits für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Nach dieser Zeit gilt der halbe Steuersatz. Auch der Bund will bei seinem Fuhrpark mit gutem Beispiel vorangehen: Bei Pkw-Anschaffungen sollen Ministerien und Behörden ab 2017 einen Elektroauto-Anteil von 20 Prozent einhalten.

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