Geldanlage: Die nachhaltigsten Banken im Check

Geldanlage: Die nachhaltigsten Banken im Check

In einer Serie stellt unser Kolumnist Werner Schwanfelder die nachhaltigsten Banken vor und erklärt, für welche Kunden sie geeignet sind. Dies ist Teil 3.

Die heutige Mittagskolumne stammt von dem Autor Werner Schwanfelder, der sich in seinem neuen Buch “Wie Sie Profit machen und nebenbei die Welt verbessern. Gewinnbringend und nachhaltig investieren” mit den Möglichkeiten der nachhaltigen Geldanlage auseinandersetzt. Wir veröffentlichen in mehreren Folgen jeweils einen Auszug aus seinem Buch. In drei Folgen stellt Werner Schwanfelder nun einzelne Banken vor. Dies ist der dritte und letzte Teil der Serie. Den ersten finden Sie hier, den zweiten hier.

1. Bank für Orden und MissionDie Bank für Orden und Mission wurde durch die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn initiiert und unterstützt deren christliche Projektarbeit weltweit. Die banküblichen Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern für notleidende Menschen eingesetzt (für Wasser- und Brunnenbauprojekte, Bildungs- und Ausbildungsprojekte und Kinderhilfsprojekte). Sie gehört zum Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken e.V.

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Der Beirat der Bank für Orden und Mission legt die ethischen Grundsätze für sämtliche Geldanlagen fest: soziale, kulturelle und Umweltaspekte mit hohem Nachhaltigkeitsgrad. Ausgeschlossen werden Unternehmen, die mit Menschenrechtsverletzungen, Rüstung, Kinderarbeit, schlechten sozialen Bedingungen, Drogen oder Tierversuchen in Verbindung gebracht werden. Die Anlageprodukte werden einem regelmäßigen Rating unterzogen, das auf dem Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden basiert. Auf der Webseite sind diese Kriterien jedoch nicht ersichtlich.

Die Produkte der Bank umfassen Girokonto, Kreditkarte, Festgeld, Geldanlagen, Wertpapiere, Online-Banking. Die Kunden können die Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken kostenfrei nutzen. Die Internetpräsenz ist nicht besonders ausführlich. Die Online-Transparenz lässt zu wünschen übrig.

2. Steyler BankDie Steyler Bank wurde 1964 von Steyler Missionaren in Sankt Augustin bei Bonn gegründet. Das Steyler-Konzept heißt »Missionssparen«, wobei das Geld der Anleger nach ethischen Kriterien angelegt wird und die Bankgewinne direkt an die Steyler-Missionare und -Missionsschwestern weitergeleitet werden.

Die Steyler Bank garantiert vor einem christlichen Hintergrund Natur-, Sozial- und Kulturverträglichkeit der Investitionen. Die Investitionskriterien sind ein Mix aus Positiv- und Negativkriterien. Die Steyler Bank investiert nach dem »Best-in-Class«-Ansatz in die Klassenbesten eines Marktsegments.

Die Steyler Bank nutzt die Dienste der oekom research AG, die die Prüfung der Investitionen übernimmt. Für Unternehmen gibt es das Corporate-Responsibility Rating. Die Steyler Bank hat für die Ausschlusskriterien eine »rote Liste« für folgende Bereiche:

• Abtreibung: Hersteller von Abtreibungspillen sowie Krankenhäuser, in denen Abtreibungen vorgenommen werden• Alkohol/Drogen/Tabak: Hersteller dieser Produkte (ausgenommen sind Wein, Bier sowie medizinisch genutzte Drogen)• Arbeitsrechtsverstöße: Zwangsarbeit, Diskriminierung, Einschränkung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, grobe und fortdauernde Behinderung von Gewerkschaftstätigkeiten.• Atomenergie: Betreiber und Eigentümer von Atomkraftwerken sowie Hersteller zentraler Komponenten für Atomkraftwerke ab einem Umsatzanteil von 5 Prozent.

• Biozide: Hersteller von hochgefährlichen Bioziden laut WHO-Definition• chlororganische Massenprodukte: Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und PVC sowie Aktivitäten im Bereich der Chlorchemie ab einem Umsatzanteil von 5 Prozent• Embryonenforschung: Unternehmen, die nachweislich die Forschung am menschlichen Embryonen oder an entsprechenden embryonalen Zellen betreiben.• Glücksspiel: Hersteller und Handel von Glücksspielen und -geräten sowie Wetten, bei denen Geld verloren werden kann• grüne Gentechnik: Produzenten von genverändertem Saatgut• Kinderarbeit: Kinderarbeit für das Unternehmen und/oder Zulieferer, sofern sie außerhalb der Konventionen der International Labour Organization (ILO) liegt (keine gefährliche oder monotone Arbeit, Mindestalter fünfzehn Jahre, nicht mehr als sechs Stunden pro Tag)• kontroverses Umweltverhalten: Betreiber von Anlagen, die eine besonders schädliche Wirkung auf die Ökosysteme haben (z.B. Staudämme, Pipelines oder Minen in Naturschutzgebieten), Unternehmen, die ein besonders rücksichtsloses Umweltverhalten an den Tag legen• kontroverse Wirtschaftspraktiken: massive und anhaltende Verstöße des Unternehmens z.B. durch Korruption, Bilanzfälschungen oder Kartellrechtsverletzungen• Menschenrechte: grobe Verletzung der Menschenrechte durch das Unternehmen und/oder Zulieferer z.B. bei Zwangsumsiedlungen beim Bau eines Staudamms• Pornografie: spezialisierte Gesellschaften, die pornografische Inhalte herstellen oder vertreiben• Rüstungsgüter/Massenvernichtungswaffen: Hersteller geächteter Rüstungsgüter (lt. UN-Deklaration) ohne Umsatzbegrenzung. Ansonsten Produzenten von Rüstungsgütern ab einem Umsatzanteil von 5 Prozent, ausgenommen Dual-Use-Produkte• Tierversuche: Anwendung von Tierversuchen zum Test von Endprodukten im Konsumgüterbereich, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind (z.B. Kosmetika, Waschmittel)

Die Steyler Bank offeriert Nicht-Kunden einen Depotcheck. Man kann überprüfen lassen, wie nachhaltig das jeweilige Depot bereits ist. Sie bietet Girokonto, Tagesgeld- und Festgeldkonto. Zudem gibt es das Missions-Sparbuch, das Missions-Wachstumssparen, den Missions-Bonussparplan und den Missions-Sparbrief. Es wird der Service einer Vermögensberatung angeboten. Online-Banking und Online-Brokerage sind möglich.

Der Internetauftritt ist durchaus informativ. Über vergebene Kredite werden jedoch keine Aussagen gemacht.

Meine Empfehlung, nach den drei Folgen meiner Kolumne: Wenn man Geld bei Nachhaltigkeitsbanken anlegt, ist man gut aufgehoben. Meine Favoriten sind die EthikBank und die GLS Bank. Aber auch die anderen Nachhaltigkeitsbanken machen einen sehr verantwortungsvollen Eindruck. Das schließt jedoch nicht aus, dass auch konventionelle Banken interessante Angebote für nachhaltig eingestellte Investoren haben können.

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