Green Bonds: KfW legt grüne Anleihe für Kleinanleger auf

Green Bonds: KfW legt grüne Anleihe für Kleinanleger auf

von Peter Vollmer

Die KfW Bank will Anleihen für mehr als 500 Millionen Euro ausgeben – vor allem für den Bau von Wind- und Solaranlagen.

Anleger, die grün, aber risikoarm investieren wollen, stehen vor einem Problem: Mit dem Geld auf dem Sparkonto finanzieren ihre Banken meist das Windkraftwerk genauso wie die Waffenschmiede. Eine Marktlücke, welche die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nun mit einer grünen Anleihe schließen will.

Die KfW, nach eigenen Angaben "einer der weltweit größten Finanzierer von Umwelt- und Klimaschutz", will in der zweiten Jahreshälfte sogenannte "Green Bonds" ausgeben: "Wir wollen den jungen Markt der Green Bonds aktiv unterstützen und fördern", sagt KfW-Kapitalmarktvorstand Günther Bräunig. Auch jetzt schon hilft die KfW zum Beispiel dabei, Windparks zu bauen oder Solarstromspeicher für Eigenheimbesitzer zu fördern.

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Das Geld, das die KfW für ihre grünen Anleihen bei Interessenten einsammelt, soll komplett in erneuerbare Energien gehen, insbesondere in die Förderung von Windkraft- und Photovoltaikprojekten. Ein Investment von einer Million Euro soll etwa einer jährlichen Einsparung von 800 Tonnen CO2 entsprechen. Zum Vergleich: ein sehr sparsames Auto stößt auf 10.000 Kilometer rund eine Tonne des Treibhausgases aus.

Tatsächlich will die KfW auch die konkrete CO2-Einsparung bekannt geben und spricht von "Impact Investing" – was bedeutet, dass einer Investition auch ein messbarer Klimaschutz-Effekt zugeordnet werden soll.

Offen für PrivatanlegerPrivatanleger müssen allerdings keine Millionen auf den Tisch legen. Mit einer Stückelung von 1000 Euro will die KfW nämlich auch diese mit ins grüne Boot holen. Konkrete Zahlen zu dem Volumen und den Zinsen gibt es noch nicht.

Auf Anfrage von Wiwo Green teilte die Bank allerdings mit, die erste Anleihe solle ein Volumen zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro umfassen. Wenig für die KfW, viel für den weltweiten Green-Bonds-Markt: 2013 wurden lediglich Papiere im Wert von knapp 12 Milliarden Dollar ausgegeben.

Auch eine zweite Emission in Dollar könnte noch kommen. Allerdings sollen die Green Bonds in diesem Jahr nicht mehr als fünf Prozent der Gesamtrefinanzierung der KfW ausmachen. Aber auch das wäre bereits eine Milliardensumme.

Keine SparmaßnahmeDer Vermutung, dass sich Kapital mit ausdrücklich grünen Bonds etwas günstiger beschaffen lasse, erteilt die Bank eine Absage: Investoren seien "nicht dazu bereit, auf Rendite zu verzichten und im Umkehrschluss eine Art 'Öko-Aufschlag' zu zahlen", sagt eine Sprecherin. Der Zins werde sich an größeren KfW-Anleihen orientieren.

Punkten will die Bank auch mit ihren Sicherheiten. Den größten Teil des KfW-Kapitals hält die Bundesrepublik, der Staat haftet für Verbindlichkeiten und Kredite. So kam die Bank auch, trotz Island-Investments und einer berüchtigten Millionenüberweisung an die Investment-Bank Lehman Brothers, weitestgehend unbeschadet durch die Finanzkrise.

Sollten die Papiere am Markt gut ankommen, will die KfW "regelmäßig Green Bonds in Euro und US-Dollar begeben."

Nachtrag vom 19. Juli: Tatsächlich konnte die KfW am Markt 1,5 Mrd. Euro einsammeln. Die Papiere haben eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Kupon, der bei 0,375 Prozent liegt. Die durchschnittliche Ordergröße liegt unter 30 Mio. Euro. Wegen des hohen Interesse spricht die KfW nun von einem "Riesenerfolg" - weiteren Green Bonds steht damit wohl nichts mehr im Wege.

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