Grünes Investment: "Solarstrom auf Freiflächen ist tot"

Grünes Investment: "Solarstrom auf Freiflächen ist tot"

von Jan Willmroth

Jeder kann heute sein Geld zu 100 Prozent grün anlegen, meint der Ökoenergie-Investor Georg Hetz.

Das gesamte Vermögen grün anlegen? Das klingt nach einer schwierigen Aufgabe, wenn man damit Geld verdienen will. Georg Hetz, Gründer und Geschäftsführer des Nürnberger Finanzdienstleisters UDI, meint aber: Wer das tut, muss nicht auf Rendite verzichten, wenn er sein Geld klug aufteilt. Denn die gesetzlich garantierten Erträge von Erneuerbaren Energien in Deutschland machen ein Investment in diesem Bereich so planbar wie kaum ein anderes.

Im Interview erklärt Hetz, warum das bislang immer funktioniert hat - und in welchen Bereichen er auch in Zukunft mit sicheren Erträgen rechnet.

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Herr Hetz, wie sieht ein gutes grünes Portfolio für den gewissenhaften Anleger aus?

Hetz: Ich bin der Meinung, dass man als Anleger heute sein gesamtes Vermögen in die Bereiche Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Umweltschutz stecken kann. Ich würde etwa 30 Prozent bei ethischen Banken unterbringen. Weitere 20 bis 30 Prozent wären in Aktien gut aufgehoben. Den Rest würde ich in Direktbeteiligungen packen. Das könnten nicht nur Fonds sein, wie wir sie anbieten, sondern auch Projekte wie Bürgerwindparks.

In den geschlossenen Fonds und Nachrangdarlehen von UDI ist das Geld sehr lange gebunden. Dafür winken traumhafte Renditen: 5,25 bis neun Prozent sind bei dem aktuellen Zinsniveau verlockend. Wie können Sie garantieren, das Geld nach 11 Jahren auch auszuzahlen?

Hetz: Das ist relativ einfach: Wenn Sie Vermögen bei der Bank deponieren, fungieren Sie nur als Lieferant des Geldes, das die Bank wieder verleiht. Wir investieren in Sachwerte. Damit sind Sie nicht abhängig vom Kapitalmarkt, sondern profitieren direkt von unseren Investitionen und dem Strom, den wir verkaufen. Wenn wir mit einer PV-Anlage etwa zehn Prozent pro Jahr erwirtschaften, können wir davon entsprechend hohe Anteile an die Anleger weitergeben.

Wie viel bleibt denn bei Ihnen hängen?

Hetz: Bei uns bleiben im Schnitt 3,9 Prozent der Erträge. Das heißt rund 40 Prozent für uns – und 60 Prozent für den Anleger.

Bei konventionellen Anlageformen wie Fonds oder Aktien muss ich mich oft zwischen Gewissen und Rendite entscheiden. Aber bei Nachrangdarlehen oder geschlossenen Fonds wie von Ihnen, ist mein grünes Gewissen wiederum mit einem hohen Risiko verbunden.

Hetz: Da muss ich widersprechen: Aktien bieten keinerlei Sicherheiten, dass sich diese positiv entwickeln. Auch Totalverluste sind möglich, das hat die Praxis schon gezeigt. Bei unseren Nachrangdarlehen investieren wir die Gelder in konkrete grüne Kraftwerke, die saubere Energie erzeugen. Diese wird auf gesetzlicher Basis vergütet, was für die Investitionen eine gute und sichere Grundlage bildet. Ich will nicht ausschließen, dass auch bei uns Pannen passieren können, die Ertrag kosten. Aber wir arbeiten daran, dass das nicht passiert.

Geschlossene Fonds – das ist ein Stichwort, das viele Kunden abschrecken dürfte. Sie arbeiten in einem Markt, der ein sehr schlechtes Image hat. Wie schaffen Sie das nötige Vertrauen?

Hetz: Das schaffen wir nur durch das, was wir gemacht haben. Wir sind jetzt seit 15 Jahren am Markt, die Kunden kennen uns mittlerweile und wissen, welche Projekte UDI aufgelegt hat. Bisher haben wir immer zuverlässig gezahlt. Nur über diese Schiene geht es. Auch die Transparenz ist wichtig: Die Gesellschafterversammlungen bei den geschlossenen Fonds machen wir anfangs direkt vor Ort bei den Anlagen, in denen das Anlegergeld steckt.

Für wen kommt das denn überhaupt infrage?

Hetz: Für jeden, der 5000 Euro anlegen möchte und langfristig auf das Geld verzichten kann. Er muss auch mit dem Risiko leben können, das Geld komplett zu verlieren. Den Fall hatten wir zwar noch nicht, aber ich möchte nicht ausschließen, dass eines unserer Projekte mal komplett schiefgehen kann.

Sie können auch nicht alle Zweifel beseitigen: Sie  sind abhängig vom Gesetzgeber und von den Prognosen, die ihren Investitionen zugrunde liegen.

Hetz: Was das Thema Gesetzgeber angeht: Wir können uns darauf verlassen, dass die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung bestehen bleibt. Ich glaube nicht, dass sie jemand im Nachhinein ändert und sich so die Ertragslage unserer bestehenden Anlagen verschlechtert. Da verlassen wir uns auf den Bestandsschutz. Ein höheres Risiko besteht bei der Ertragsprognose, was die Wind- und Sonnenverhältnisse angeht. Bei Windenergie verlassen wir uns nie auf ein Gutachten allein. Es müssen mindestens zwei vorliegen, die eine ähnliche Prognose abgeben. Natürlich kann es dann mehrere Jahre schlechte Windverhältnisse geben, dann fallen für einige Zeit die Ausschüttungen aus oder sind geringer als geplant. Aber langfristig geht das nicht daneben.

Sie konnten bislang alle Versprechen halten?

Hetz: Ja, das konnten wir.

Wie viel Geld haben Sie denn bisher ausgezahlt?

Hetz: Bislang sind mehr als 2,5 Millionen Euro aus den vier ersten Projekten an die Anleger zurückgeflossen. Im laufenden Jahr stehen bei drei weiteren die ersten Zinszahlungen an. Wir haben mit mehr als 40 Millionen Euro sieben Windenergie-, zehn Biogas- und 36 Solaranlagen gebaut oder geplant.

Eine klare Tendenz: Sonnenstrom dominiert Ihr Geschäft. Nach der Bundestagswahl wird jemand eine EEG-Reform angehen - und die Einspeisevergütung wohl weiter zurückfahren. Werden sich Investitionen in Photovoltaik weiterhin lohnen?

Hetz: Solarstrom auf großen Freiflächen ist für mich schon seit Beginn dieses Jahres tot. Die Einspeisevergütungen sind so niedrig, dass wir bei den Preisen, die wir für die Module noch bezahlen, keine Wirtschaftlichkeit mehr hinkriegen. Ich erwarte, dass im Bereich der Windkraft im Binnenland deutlich mehr passieren wird. Nehmen Sie Bayern: Vor wenigen Jahren gab es dort nur ein paar Anlagen. Heute denkt beinahe jede Kommune darüber nach, wo sie Windräder aufstellen kann.

Bei großen Projekten konkurrieren Sie inzwischen mit Konzernen, die für den Kauf eines Windparks deutlich mehr Geld auf den Tisch legen können. Schauen Sie sich also mehr nach diesen kleinen kommunalen Projekten um?

Hetz: Ganz sicher, das ist unser Fokus. Die großen Konzerne investieren in riesige Projekte, beispielsweise im Offshore-Bereich. Da brauchen Sie unter einer Milliarde gar nicht anfangen. Großes Potenzial sehen wir auch bei Biomasse, gerade mit Abfällen aus der Landwirtschaft.

Irgendwann sind alle Ihre Anlagen entschuldet und die Zinsen an Banken und Privatanleger zurückgezahlt. Sind Sie auf dem Weg zum Stromanbieter?

Hetz: In zehn Jahren werden wir als Kraftwerksbetreiber wahrgenommen, nicht mehr als reiner Finanzdienstleister. Genau da wollen wir hin.

Disclaimer: UDI ist seit April Premium-Werbepartner bei WiWo Green. Auf die redaktionellen Inhalte dieses Interviews hatte das keinen Einfluss.

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