Investitionen: Wie nachhaltig ist das boomende China?

Investitionen: Wie nachhaltig ist das boomende China?

Schlechte Luft, schmutzige Flüsse, Krebsdörfer - China ist nicht für Umweltschutz bekannt. Aber was ist von nachhaltigen Fonds in dem Land zu halten?

Die heutige Mittagskolumne stammt von dem Autor Werner Schwanfelder, der sich in seinem neuen Buch “Wie Sie Profit machen und nebenbei die Welt verbessern. Gewinnbringend und nachhaltig investieren” mit den Möglichkeiten der nachhaltigen Geldanlage auseinandersetzt. Heute stellt er eine nachhaltige Anlagemöglichkeit in China vor.

Die Frage, wie nachhaltig China wirtschaftet, beschäftigt viele Menschen. Auf der einen Seite liest man in Zeitungsmeldungen über gravierende Umweltverschmutzungen. Auf der anderen Seite bestätigen Fachleute, dass die Umweltstandards von China fast als vorbildlich bezeichnet werden müssen. Wie bringt man die beiden Aussagen miteinander in Einklang? Es liegt an der Umsetzung. Die Regionen sind sehr unabhängig, und vieles, was in Peking verkündet wird, findet seinen Weg nicht in die Provinz.

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Umso mehr überrascht es, dass 2010 von der Hang Seng Company, dem Betreiber von Chinas führendem Aktienindex Hang Seng, ein chinesischer Nachhaltigkeitsindex aufgelegt wurde, um das Bewusstsein für unternehmerische Verantwortung in China zu steigern. Aber natürlich gibt es auch einen geschäftlichen Hintergrund. Chinesische Unternehmen sollen damit für die Ansprüche internationaler Investoren fit gemacht werden.

Die Chinesen haben mittlerweile das veränderte Anlegerverhalten vieler Marktteilnehmer erkannt. Der Hang Seng Corporate Sustainability Index besteht nach Angaben seines Anbieters aus drei Einzelindizes: Einer umfasst 30 an der Hong Konger Börse gelistete Unternehmen, ein zweiter 15 Unternehmen, die auf dem Festland gehandelt werden. Beide Subindizes werden zusammengeführt zum Hang Seng Corporate Sustainability Index. Zum Start Ende Juli 2010 umfasste der Index 39 chinesische Unternehmen.

Die Entwicklung wird vor allem von der chinesischen Regierung vorangetrieben. Neben Gesetzen und CSR-Richtlinien setzt Peking auch auf die Börse als Treiber. Die Nachhaltigkeitsüberprüfung der für den Index ausgewählten Unternehmen erfolgt durch die Ratingagentur RepuTex aus Hong Kong. Die abgefragten Kriterien umfassen unter anderem Umwelt- und Sozialfragen, Aspekte der Corporate Governance sowie Informationen über die Arbeitsplatzbedingungen.

Eine inhaltliche Nachprüfung ist für den Privatanleger jedoch kaum möglich. Ich konnte nicht herausfinden, welche Unternehmen aktuell im Index enthalten sind. Auch Aussagen über die Nachhaltigkeit des Unternehmens sind nicht abrufbar. Es ist dennoch sicherlich die richtige Entwicklung, dass Nachhaltigkeits-Gesichtspunkte auch an den Börsen Chinas eine gewisse Bedeutung erlangen. Die Risiken für einen Geldanleger sind nach wie vor hoch.

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