Berlin fordert bei Klimagipfel mehr Engagement der Finanzbranche

Klimagipfel in Paris: Berlin fordert mehr Engagement der Finanzbranche

Zwei Jahre nach Abschluss des Pariser Klimaabkommens lädt Frankreichs Präsident Macron zu einem Gipfel. Finanzfragen stehen im Mittelpunkt. Die deutsche Umweltministerin Hendricks fordert ein Mitziehen der Banken.

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Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD)

Beim Pariser Klimagipfel pocht Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf ein verstärktes Engagement der Finanzbranche beim Klimaschutz. „Es geht um alle Investitionen weltweit, die in klimafreundliche Bahnen gelenkt werden müssen“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Zwei Jahre nach der Einigung auf das Pariser Klimaabkommen empfängt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag mehr als 50 Staats- und Regierungschefs zum „One Planet Summit“. Das Treffen mit rund 4000 Teilnehmern auf einer Seine-Insel westlich der französischen Hauptstadt wird vor allem Finanzfragen des Klimaschutzes debattieren.

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Dazu werden mehrere Ankündigungen erwartet, beispielsweise zu mehr Investitionen in erneuerbare Energien. Das eintägige Treffen wird von rund 2900 Polizisten geschützt werden. „Wir lehnen die Klimaerwärmung ab“, sagte Macron am Montagabend. „Man kann produzieren (und) Jobs schaffen, es anders machen, wenn man es entscheidet.“

Barbara Hendricks Klimagipfel muss „starkes Signal der Einigkeit" an Trump senden

Präsident Donald Trump hat den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erwartet vom Weltklimagipfel in Bonn nun ein klares Gegen-Signal.

Donald Trump mit EPA-Chef Scott Pruitt kurz nachdem er den Austritt der USA aus dem Klimaabkommen ankündigte. Quelle: AP

Hendricks sagte: „Anders als bei klassischen Klimaverhandlungen stehen in Paris nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen und Banken im Fokus.“ Sie vertritt Deutschland bei der Konferenz. Der Gipfel zeige, dass das Pariser Abkommen in den Köpfen der Wirtschafts- und Finanzwelt angekommen sei. „Seine Umsetzung ist unaufhaltsam - trotz des angekündigten Ausstiegs der USA.“

Im Pariser Klimaabkommen hatte sich die Weltgemeinschaft im Dezember 2015 das Ziel gesetzt, den durch Treibhausgase verursachten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu beschränken. US-Präsident Donald Trump kündigte im Sommer den Ausstieg an und sorgte damit weltweit für Widerspruch - er ist in Paris nicht dabei.

Pariser Abkommen Drei Szenarien für den Klimaschutz

Egal ob Präsident Trump den Ausstieg aus den UN-Vereinbarungen zum Schutz der Erdatmosphäre verkündet: Die US-Regierung wird ausscheren aus der Riege der Umweltfreunde. Doch es gibt auch etwas Grund zur Hoffnung.

Die Kuppel des Kapitols in Washington ist hinter den Schornsteinen des Kapitol Kraftwerks, dem einzigen Kohlekraftwerk in der US Hauptstadt, zu sehen Quelle: dpa

Am Vorabend des Gipfels äußerte sich Macron derweil überzeugt, dass Trump früher oder später seine Absage an das Pariser Klimaabkommen zurücknehmen wird. Neuverhandlungen über bessere Bedingungen für die USA lehnte er am Montag in einem Interview des US-Senders CBS aber kategorisch ab.

Macron wies darauf hin, dass es bei Neuverhandlungen mehr als 190 beteiligte Länder gäbe. „Es tut mir leid, ich bin nicht bereit, mit so vielen Leuten am Tisch neu zu verhandeln. Wenn du einen Vertrag unterzeichnet hast, musst du ihn respektieren“, sagte Macron.

Schädliche Wirkung auf Bienen Werden bestimmte Insektizide verboten?

Für Landwirte wichtig, für Bienen giftig: Nach Glyphosat stehen mit den Neonicotinoiden wieder Pestizide auf dem Prüfstand. Die EU-Kommission will strengere Regeln für den Einsatz der Insektizide.

Bienen sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt Quelle: dpa

Die USA seien ein großartiges Land, so der Präsident. „Sie haben den Pariser Vertrag unterzeichnet. Es ist extrem aggressiv, allein zu entscheiden, einfach auszusteigen, und es geht nicht an, die anderen zu Neuverhandlungen zu drängen, weil einer beschlossen hat, den Saal zu verlassen. Es tut mir leid, das zu sagen. So geht es nicht.“

Es handle sich um eine große geschichtliche Verantwortung, sagte Macron, „und ich bin ziemlich sicher, dass mein Freund Präsident Trump seine Meinung in den kommenden Monaten oder Jahren ändern wird. Ich hoffe es.“

Frankreich stellt unterdessen 18 internationalen Umweltwissenschaftlern Forschungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie Macron am Montagabend in Paris ankündigte. Die meisten der ausgezeichneten Wissenschaftler arbeiten bisher in den USA.

Bereits vor dem Gipfel forderten mehr als 50 internationale Unternehmen mehr Engagement gegen den Klimawandel. Unter ihnen sind Adidas, Unilever, H&M, Michelin, Philips, Puma oder Virgin.

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