Klimaziele gefährdet: Energieverbände fordern rasches Umsteuern

Klimaziele gefährdet: Energieverbände fordern rasches Umsteuern

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Führende Energieagenturen fordern mehr Investitionen in erneuerbare Energien um die Klimaziele zu erreichen.

Führende Energieagenturen sehen die Weltklimaziele stark gefährdet. Die Erderwärmung könnte nur mit massiven Investitionen in erneuerbare Energien begrenzt werden. Große Sorgen macht der steigende Treibhausgasausstoß.

Das weltweite Klimaschutzziel ist nach einer Studie von zwei führenden Energieagenturen nur mit einem harten Kurswechsel erreichbar. Die Internationale Energieagentur (IEA) und die Internationale Organisation für Erneuerbaren Energien (Irena) halten es bei einer schnellen Reaktion der Staatengemeinschaft für möglich, das auf der Weltklimakonferenz von Paris vereinbarte Ziel zu erreichen, wie die am Montag veröffentlichte gemeinsame Untersuchung zeigt. Dies setze aber massive Investitionen in den Ausbau von Wind- und Solarstrom ebenso wie radikale Energie-Einsparungen voraus. Dann könne die Erderwärmung auf unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden.

IEA und Irena sind rivalisierende Agenturen. Während die IEA seit 1974 existiert und den Fokus auf konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom hatte, wurde Irena erst 2010 gegründet und setzt sich für die Förderung von Ökostrom ein. Die Studie wurde parallel zum Berliner Energiewendedialog von Außen- und Wirtschaftsministerium veröffentlicht, an dem Vertreter von fast 100 Staaten teilnehmen.

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Grundlage der Studie ist, dass auf den Energiesektor zwei Drittel des Treibhausgasausstoßes weltweit entfallen und er entsprechend zur Verringerung beitragen soll. Die IEA setzt in ihrem Studienteil dabei neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien auf die Atomkraft und die Speicherung von Kohlendioxid aus Kraftwerken.

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Der CO2-Ausstoß in Deutschland steigt. Quelle: dpa

Laut IEA müssen die Kraftwerksemissionen bis 2020 weltweit ihren Höhepunkt überschritten haben und dann bis 2050 um mindestens 70 Prozent fallen. Auf der anderen Seite müssten Wind, Wasser und Sonne 70 Prozent des Energiebedarfs decken.

Um das zu erreichen, müsse etwa der Preis für das Recht, eine Tonne CO2 auszustoßen, auf bis zu 190 Dollar steigen. Zurzeit liegt er unter zehn Dollar. Bis 2050 müssten zudem die Investitionen in den Energiesektor jedes Jahr fast doppelt so hoch wie heute ausfallen. Zudem müssten bis dann alle Häuser energetisch saniert werden.

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Die Irena hält diese Sanierung ebenso für notwendig wie einen drastischen Anstieg der Investitionen in erneuerbare Energien. Allerdings würden diese durch vermiedene Kosten eines Klimawandels mehr als ausgeglichen. Zudem werde das Wirtschaftswachstum so weltweit 2050 um 0,8 Prozentpunkte höher ausfallen und dann sechs Millionen Arbeitsplätze geschaffen sein.

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Wer viel hat, gibt auch viel aus - leider für die falschen Dinge. (Foto: Patrick Seeger/dpa ) Quelle: dpa

Deutschland gilt als Vorbild bei der Energiewende und will dies auch im Rahmen der G20-Präsidentschaft demonstrieren. Allerdings wird die Bundesrepublik nach jetzigem Stand ihr für 2020 gesetztes Klimaziel verfehlen. 2016 stieg der CO2-Ausstoß dem Umweltbundesamt zufolge sogar leicht. Schon 2015 war er kaum gesunken.

Hauptverursacher ist der Verkehrssektor, der im vergangenen Jahr 3,4 Prozent mehr Treibhausgase ausstieß. Niedrigere Spritpreise und mehr Lkw-Verkehr sorgten dafür, dass die Branche sogar mehr als 1990 ausstieß. Erst nach der Wahl sollen neue Strategien entwickelt werden, damit Deutschland 2020 wie geplant 40 Prozent weniger CO2 als 1990 ausstößt.

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