Kolumne: Checkliste für nachhaltige Geldanlagen

Kolumne: Checkliste für nachhaltige Geldanlagen

In seiner Kolumne verrät Autor Werner Schwanfelder, wie man am besten nachhaltig investiert. Heute stellt er seine persönliche Checkliste für Geldanlagen vor.

Die heutige Mittagskolumne stammt von dem Autor Werner Schwanfelder, der sich in seinem neuen Buch “Wie Sie Profit machen und nebenbei die Welt verbessern. Gewinnbringend und nachhaltig investieren” mit den Möglichkeiten der nachhaltigen Geldanlage auseinandersetzt. Wir veröffentlichen in mehreren Folgen jeweils einen Auszug aus seinem Buch. Die letzten Folgen finden Sie hier, hier und hier. Heute stellt er seine persönliche Checkliste in zwölf Punkten vor.

Es gibt schon alles. Nur anwenden muss man es. Eine Checkliste ist ein Instrument, an dem ich mich entlang hangeln kann bis ich zu einem (dem bestmöglichen) Ergebnis komme.

Anzeige

Grundlage ist der Leitfaden für ethisch orientierte Investoren von CRIC: Was will ich? Was verspreche ich mir von ethischen Geldanlagen? Selbstverständlich strebt der Anleger mit ethischen beziehungsweise nachhaltigen Geldanlagen die Erwirtschaftung einer Rendite an. Bedingung ist jedoch, dass sie auf der Basis kulturell-, ökologisch- und sozialverträglicher Produkte, Produktionsprozesse und Wirtschaftsweisen erzielt wird. Damit wird die Absicht verbunden, Veränderungen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung zu bewirken.

Das bedeutet im Einzelnen: Aus ökonomischer Sicht erfordern nachhaltige Geldanlagen, dass

1. Gewinne auf Basis langfristiger Produktions- und Investitionsstrategien und nicht in kurzfristiger Gewinnmaximierung erwirtschaftet werden,

2. Erträge aus Finanzanlagen in vertretbarer Relation zu den Erträgen aus realer Wertschöpfung stehen,

3. die Erfüllung elementarer Bedürfnisse (z. B. Trinkwasserversorgung) nicht gefährdet wird,

4. Gewinne nicht auf kontroversen Geschäftspraktiken wie z.B. Korruption oder Bilanzfälschung beruhen.

Aus ökologischer Sicht erfordern nachhaltige Geldanlagen, dass die Gewinnerzielung im Einklang steht mit der

5. Steigerung der Ressourcenproduktivität,

6. Investition in erneuerbare Ressourcen,

7. Wiedergewinnung und Wiederverwendung gebrauchter Stoffe,

8. Funktionsfähigkeit globaler und lokaler Ökosysteme (z. B. Regenwälder, Meere).

Aus sozialer und kultureller Sicht erfordern nachhaltige Geldanlagen, dass die Gewinnerzielung im Einklang steht mit der

9. Entwicklung des Humankapitals (Verantwortung für Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung, Förderung selbstverantwortlichen Arbeitens, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Respekt vor der Verschiedenheit der Einzelnen),

10. Entwicklung des Sozialkapitals (Schaffung von Erwerbschancen, Ausgewogenheit zwischen den Generationen, diskriminierungsfreier Umgang mit Minderheiten,

11. Funktionsfähigkeit der Regionen, Förderung zivilgesellschaftlichen Handelns),

12. Entwicklung des Kulturkapitals (Respekt vor kultureller Vielfalt unter Wahrung persönlicher Freiheitsrechte und gesellschaftlicher Integrität, Mobilisierung der Potenziale kultureller Vielfalt).

Nun kann man nicht alle Prüfpunkte dieser Checkliste überprüfen. Dafür gibt es professionelle Anbieter. Wer diese sind und wie sie arbeiten folgt in den nächsten Berichten.

Merksatz: Ich bin für mein Geld und was ich damit mache selbst verantwortlich. Daher muss ich auch diese Checkliste verinnerlichen. Ich muss mich entscheiden, ob die so definierte Nachhaltigkeit mit meiner Auffassung übereinstimmt.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%