Live-Blog: Die besten grünen Ideen der Cebit

Live-Blog: Die besten grünen Ideen der Cebit

von Jan Willmroth

Seit Montag läuft in Hannover die weltgrößte Computermesse CeBIT. Wir stellen die spannendsten grünen Startups der Messe vor.

Seit Montag läuft in Hannover die weltgrößte Computermesse Cebit. Dort stellen nicht nur große und kleine Unternehmen Bahnbrechendes im Bereich IT vor, sondern unzählige Startups versuchen die Besucher auch von ihren grünen IT-Anwendungen zu begeistern. Von Technologien also, die helfen, Energie zu sparen, Ressourcen zu schonen oder auch den Verkehr umweltfreundlicher zu machen. Wir stellen am Dienstag und Mittwoch nach und nach an dieser Stelle die spannendsten Ideen im Live-Blog vor.

+++

Anzeige

Bikesharing einen Schritt weiter: Ladestationen zum Ausleihen von E-Bikes sind eine nützliche Ergänzung in Großstädten wie auch in ländlichen Gebieten. Geladen werden die Pedelecs über die Schlösser. Pilotprojekte sind auf der Cebit zu sehen:

+++

Crowfunding bietet ein riesiges Potenzial für die grüne Wirtschaft. Wir berichten bei WiWo Green regelmäßig über Ideen und Startups, die auf Plattformen wie Indiegogo ihre erste Finanzierung oder zusätzliches Geld einstreichen.

Indiegogo-Gründerin Danae Ringelmann ist überzeugt: "Ohne Crowdfunding hätten viele Ideen nie eine Chance, realisiert zu werden - weil allein das Geld für einen Prototyp fehlt. Wenn Initiativen wie Gravity Light im Netz erfolgreich sind, ist das ein Beweis ihres Marktpotenzials." So verhelfe Crowdfunding vielen Gründern zu Aufmerksamkeit und zusätzlichen Investoren.

+++

Während ich mir so die ganzen grünen Ideen auf der Cebit anschaue und beeidruckt bin, lese ich, wie verschwenderisch die Cebit ist. 4.400.000 kWh Strom verbraucht das Messe-Spektakel laut NDR, Journalisten werden mit Erdbeeren gefüttert, große Teile der Messestände sind nach dem Wochenende reif für den Müll. Das passt überhaupt nicht zu Green-IT. Es wird Zeit für eine grünere Cebit!

+++

Manchmal will man nur kurz über Geschäftsmodelle sprechen - und verfällt in grundsätzliche Diskussionen um politische Projekte. So wie gerade bei der neuen Crowdfunding-Plattform bettervest: "Wir reden zu viel über den Ausbau von Energiequellen und zu wenig über Energieeffizienz", sagt Mitgründer Torsten Schreiber über die Energiewende.

Das ist auch der Hintergrund der bettervest-Idee: Wie finanzieren wir Effizienzmaßnahmen? Bei bettervest können sich Bürger ab 50 Euro an Projekten beteiligen, für die sonst kein Geld da wäre. Beispielsweise eine neue Heizungsanlage für einen Kindergarten, die Wärmedämmung für ein Verwaltungsgebäude oder neue Lampen für die Straßenbeleuchtung. Bald startet das erste Projekt auf der Seite, die seit wenigen Tagen online ist. Wir bleiben dran, denn über die Plattform und ihre Gründer gibt es noch viel mehr zu erzählen.

+++

Die Code_n-Finalisten in Halle 16 müssen sich etwas einfallen lassen, denn sie dürfen nur ein Austellungsstück aufbauen. Große Messestände sind tabu.

Gut, wenn man wie die Gründer des Karlsruher Startups e-volo ein Hubschrauber-Modell mitbringen kann - es fällt einfach vielen auf. Mit dem Volocopter ist das Unternehmen unserer Zeit alelrdings ein gutes Stück voraus: Ein Hubschrauber mit zwei Sitzplätzen, der mit Elektromotoren fliegt. Er soll kinderleicht zu steuern sein und bekommt sogar eine eigene Leichtflugzeug-Klasse. Im Sommer soll der erste Prototyp fertig sein. Nur die Akkus machen noch nicht mit: Zehn bis zwanzig Minuten lang  wird man mit ihnen fliegen können. Bis die Energiedichte bei den Akkus für mehr ausreicht, muss ein Verbrennungsmotor einspringen.

Ob wir in zwanzig Jahren staufrei und elektrisch zur Arbeit fliegen?

+++

Wenn Markus Schulz anfängt, über seine Geschäftsidee zu reden, vergisst man schnell, dass er solarbetriebene Akkus verkauft. Er hält dann eine Grundsatzrede. "Wir haben ein System erschaffen, das dem einen Wert gibt, was jemand nicht tut." Damit meint er: Dass jemand sein Handy nicht an die Steckdose hängt, sondern mit dem Solarakku seines Startups Changers.com lädt.

Aber die Sonnenbatterie kann noch viel mehr: Wer 149 Euro in den weißen Kasten von Changers.com investiert, wird Teil einer Online-Community, auf der er sein eingespartes Kohlendioxid dokumentiert und dabei im Wettbewerb mit den übrigen Nutzern steht. Für jedes eingesparte Gramm CO2 gibt es einen Credit. Wer genug Credits gesammelt hat, kann so mit eingespartem CO2 Dinge kaufen. Zum Beispiel eine Paketmarke für die Post im Wert von 5,90 Euro für 59 Credits. Bei intensiver Nutzung kommt der hohe Anschaffungspreis recht bald wieder rein. Und der Handy-Akku ist nie wieder leer.

+++

Vor kurzem haben wir Ridha Azaiz und seinen Roboter Solarbrush vorgestellt, der Solarpanele putzt, um den Wirkungsgrad hochzuhalten. Jetzt ist Azaiz auf der Cebit als einer der 50 code_n-finalisten und sein Roboter putzt fleißig:

+++

Vor wenigen Jahren war es noch eine exotische Ausnahme für Technik-Freaks, bald wird die  überall zu haben sein: Mit Smart-Home-Konzepten kann jeder seinen Strom-, Gas-, Öl- und Wasserverbrauch steuern. Und das ist erstaunlich ausgereift, wie das Beispiel GreenPocket auf der Cebit zeigt. Mit ihren Programmen lassen sich alle Geräte und Heizungen von unterwegs steuern. Das junge Unternehmen kooperiert inzwischen bei 70 Projekten mit 30 Energieversorgern, die bei den Kölnern Software einkaufen. Gerade hat GreenPocket einen der vier großen Energieversorger in Deutschland für sich gewonnen - welchen, verraten die Jungunternehmer aber noch nicht.

Leider hat das Ganze noch einen Haken: Eine einzige intelligente Steckdose kostet 55 Euro. Energiesparen ist eben noch sehr, sehr teuer. Die Hoffnung ist aber, dass Energieversorger Smart-Home-Kits bald günstig im Paket zusammen mit Tarifen anbieten.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%