3D-Druck mit Plastikmüll: Startup Plastic Bank sagt Abfallbergen den Kampf an

3D-Druck mit Plastikmüll: Startup Plastic Bank sagt Abfallbergen den Kampf an

von Tobias Finger

Armutsbekämpfung und Umweltschutz: Mit der Social Plastic Initiative wollen zwei Kanadier Plastikmüll einen Wert geben.

3D-Drucker sind an sich schon nachhaltige und ausgesprochen umweltfreundliche Geräte, weil sie es erlauben, Produkte direkt dort zu produzieren, wo sie gebraucht werden. Lange Transportwege entfallen.

Das kanadische Startup Plastic Bank will die innovative Technologie jetzt noch zusätzlich zur Reinigung der Umwelt einsetzen: Indem das Material zum Drucken aus weggeworfenem Plastikmüll gewonnen wird.

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Die Idee ist Teil des Konzeptes der „Social Plastic Initiative“ von Plastic Bank, die darauf ausgelegt ist, zwei gravierende Probleme gleichzeitig zu bekämpfen: Armut und Umweltverschmutzung.

Plastik soll dabei einen Wert bekommen, es soll quasi eine Währung werden. Denn dann würde es sich nicht mehr „lohnen“, Verpackungsabfall einfach in die Gegend zu schmeißen, weil er zu wertvoll ist, glauben die Gründer des Startups Shaun Frankson und David Katz.

Gleichzeitig würden diejenigen am Plastikmüll verdienen, die ihn an den Abgabestellen eintauschen. Vor allem die Vermüllung der Flüsse und Strände wollen die Kanadier damit eindämmen.

Aus Meeresmüll werden HaushaltsgerätePlastic Bank will solche Tauschstellen in Entwicklungsländern weltweit einrichten. Wer seinen Plastikmüll abgibt, kann dafür beispielsweise Haushaltsgeräte wie Schüsseln, Teller oder Eimer zurückbekommen. Dafür wird der Kunststoff erst zu 3D-Druck-Fasern verarbeitet, aus denen dann anschließend die Gegenstände gedruckt werden.

Ist im Land ein Recyclingsystem vorhanden, wird das Plastik dort aufbereitet. Plastic Bank will außerdem Unternehmen dazu animieren, diese recycelten Kunststoffe vermehrt zu nutzen, sodass eine Nachfrage entsteht.

Noch in diesem Jahr soll die ersten Filiale der Plastikbank in Lima, der Hauptstadt Perus eröffnen. Eine weitere in Kolumbien soll folgen.

Die Idee von Shaun Frankson und David Katz hat dabei durchaus ihren Charme. Allerdings gibt es technische Hürden für die Idee. So lassen sich bis heute Mischkunststoffe kaum recyceln; ob sie eingeschmolzen als Futter für 3-Drucker taugen, muss wohl auch erst noch erprobt werden.

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