Airy: Der Blumentopf als Luftreiniger

von Jennifer Garic

Zehn Jahre Entwicklung stecken in Airy, einem Blumentopf mit Kamin-Effekt, der Wurzeln als Luftreiniger nutzt.

Pflanzen machen das Büro nicht nur schöner und grüner. Sie sind hübsch anzusehen und sorgen nebenbei auch für frische Luft, indem sie Schadstoffe und Gase wie Benzol, Formaldehyd oder CO2 binden und im Gegenzug Sauerstoff produzieren.

Um diesen Effekt zu verstärken, hat Helge Knickmeier einen neuartigen Blumentopf entworfen – genannt Airy. Dieser hat unten Luftschlitze, durch die Luft in den Topf, vorbei am Wurzelwerk und oben durch Öffnungen wieder hinaus strömt. Die Giftstoffe aus der Luft sollen dabei im Wurzelwerk der Pflanze hängen bleiben.

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Denn laut Airy ist die Luft in Büros und anderen Innenräumen bis zu zehnmal stärker mit Gift- und Schadstoffen belastet als eine stark befahrene Straße. Schuld daran seien besonders Dämpfe aus Möbeln, Computern, Lacken und Böden. Diese Gifte verschwinden auch durch einfaches Lüften nicht, da sie immer wieder nachströmen.

Steht eine Pflanze im Raum, entzieht sie der Luft permanent die Giftstoffe und speichert sie in ihren Wurzeln. Ein bisschen Grün im Büro macht die Luft somit schon besser. Wenn eine Pflanze aber in dem Blumentopf von Knickmeier steht, soll sie achtmal mehr Schadstoffe binden, als wenn sie in einem normalen Topf steht. Denn durch die ungewöhnliche Bauart des Blumentopfs Airy kommt es zum sogenannten Kamineffekt.

Dabei wird die Luft unten angesaugt und oben wieder in den Raum entlassen. So strömt mehr Luft am Wurzelwerk vorbei als an einem gewöhnlichen Topf, bei dem die Erde nur oben in Kontakt mit der Luft kommt. Die Wurzeln arbeiten als Luftreiniger. Pflanzen wie Orchideen und Palmen arbeiten laut Knickmeier besonders gut mit dem Airy-Prinzip zusammen und nehmen viele Schadstoffe aus der Luft auf.

Der Topf im TestVergangenes Jahr hat der MDR in seiner Sendung „Einfach genial“ Airy getestet. Dazu wurde ein Raucherraum für einen Tag abgedichtet und danach der Gehalt an krebserregendem Formaldehyd in der Luft gemessen. Ohne Pflanze im Raum ist der Wert des krebserregenden Stoffes kaum gesunken. Im gleichen Versuch mit vier Pflanzen in Airy-Töpfen war die Luft einen Tag später rein. Auch der TÜV Nord bestätigt die Wirksamkeit von Airy.

Erste Luftreinigungsversuche durch Pflanzen bei der US-Luftfahrtbehörde NASA brachten Knickmeier damals auf die Idee. Im Jahr 2003 hat er dann den ersten Blumentopf – oder das erste pflanzenbasierte Luftreinigungssystem, wie er es nennt – entwickelt. Über zehn Jahre später testete er die Markttauglichkeit des Blumentopfs noch unter dem Namen Pollusan.

Mittlerweile hat der Knickmeiers Topf ein neues Design und heißt Airy. Um in Massenproduktion zu gehen, hat er Geld auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gesammelt. Sein Finanzierungsziel von 100.000 Euro hat er dabei sogar übertroffen.

Am Markt angekommenSeitdem gibt es auch einen eigenen Internetshop, in dem sich der Luftreiniger in verschiedenen Farben bestellen lässt. Geliefert wird Airy mit Blähton, der eine Drainageschicht unter der Pflanzenerde bildet, damit diese zwar mit Wasser versorgt wird, aber nicht im Wasser steht. Dazu kommt noch eine Portion Aktivkohle, die mit jeder handelsüblichen Pflanzenerde gemischt werden kann und die Luftreinigung unterstützen soll.

Ein Airy kostet zwischen 69,90 Euro und 79,90 Euro. Ausgeliefert werden sie nach dem 1. Dezember, um noch rechtzeitig als Weihnachtsgeschenk in Frage zu kommen. Über den Gutscheincode „Kickstarter“ können Kunden aus Deutschland derzeit noch 20 Euro bei einer Bestellung über den Shop sparen.

Das Video zum Test des MDR-Teams sehen Sie hier:



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