Altpapier: Japaner bauen Recycling-Maschine fürs Büro

Altpapier: Japaner bauen Recycling-Maschine fürs Büro

von Benjamin Reuter

Bisher ist Papierrecycling eine aufwendige Angelegenheit. Das Unternehmen Seed hat nun eine Lösung fürs Büro entwickelt.

Recycling von Papier ist bisher ein aufwendiger Prozess: Bürger und Unternehmen sammeln alte Zeitungen, zerschredderte Akten und Pappe in der Papiertonne. Dann holt sie das Müllauto ab und bringt sie zu einer Sortierstation. Nachdem die verschiedenen Papierarten getrennt sind, kommt der Abfall in den Schredder und wird dann in Wasser aufgelöst. Aus dem Faserbrei entsteht anschließend neues Papier.

Diese komplizierte Wiederverwertungskette will das japanische Unternehmen Seed aus Osaka jetzt radikal vereinfachen. Die Idee des 100 Jahre alten und 80 Mitarbeiter starken Traditionshauses, das bisher vor allem Radiergummis herstellt und nach eigener Aussage den Tipp-Ex-Stift erfunden hat: Das bedruckte oder beschriebene Papier kommt in eine Maschine, die ungefähr die Größe eines Druckers hat. Dort löst wie beim industriellen Prozess auch ein Wasserbad das Papier zu einem Brei auf, bevor es zu einem neuen Blatt gepresst und getrocknet wird.

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Das lokale Verfahren zum Papierrecycling funktioniert schon in zwei ersten Prototypen von Seed. Die kleinere Maschine recycelt und produziert 100 A4-große Blätter pro Stunde, die größere 500 Blatt. Dafür benötigt der kleinere Papierverwerter 200 Liter Wasser und knapp 60 Kilowattstunden Strom pro Tag, zusätzliche Chemikalien werden nicht gebraucht.

Das Papier, das am Ende des Prozesses herauskommt, ist allerdings nicht reinweiß, wie der Ausgangsstoff, sondern leicht grau, weil die Tinte im Papierbrei vermischt wird.

Prototyp kostet 100.000 DollarSeed hat seine Papier-Recyclingmaschine für das Büro jetzt erstmals in Europa auf der IFAT-Messe in München vorgestellt. Das Unternehmen will als Verkaufsargument vor allem mit dem Sicherheitsaspekt punkten: Denn bisher beauftragen viele Unternehmen Dienstleister von außen, um vertrauliche Unterlagen zu schreddern. Mit der Recyclingmaschine könnten auch heikle Dokumente vor Ort unleserlich gemacht werden.

Der Bau des ersten Prototypen, der 500 Blatt pro Stunde produziert, hat Seed 100.000 Dollar und seine Ingenieure zehn Jahre Entwicklungsarbeit gekostet. Um die Technik günstiger zu machen, sucht Seed nun nach Partnern.

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