Amazonas: Nur ein Prozent der Bäume speichert 50 Prozent des CO2

Amazonas: Nur ein Prozent der Bäume speichert 50 Prozent des CO2

von Robert Habi

Bäume speichern das Klimagas CO2. Doch nicht alle Arten bremsen die Erderwärmung in gleichem Maße.

Die Baumriesen des südamerikanischen Amazonas-Regenwaldes sind die grüne Lunge des Planeten. Schon lange ist bekannt, dass in den dortigen Pflanzen mehr Kohlenstoff als in jedem anderen irdischen Ökosystem lagert.

Neu sind allerdings Erkenntnisse, die Wissenschaftler jetzt im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten: Mehr als 16.000 verschiedene Baumarten verteilen sich hauptsächlich über Brasilien und acht weitere Staaten – eine Fläche 20 Mal so groß wie Deutschland. Die Forscher haben nun Daten aus den vergangenen 30 Jahren ausgewertet und dabei lediglich 183 Arten als Hauptspeicher von Kohlenstoff identifiziert. Diese binden etwa 50 Prozent des klimaschädlichen Kohlendioxids im gesamten Amazonasgebiet.

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Keine verlässlichen CO2-Speicher mehrInnerhalb der Gruppe von besonders klimarelevanten Bäumen gilt: Je größer und älter ein Baum ist, desto mehr CO2 kann er aufnehmen. So speichern die größten Exemplare das Treibhausgas für mehr als einhundert Jahre und bremsen so den Treibhauseffekt auf der Erde auf natürlichem Wege.

Sophie Fauset, Koautorin der Studie von der britischen Universität in Leeds, warnt allerdings davor, sich beim Schutz auf diese Arten zu beschränken: „In Zukunft können andere Arten wieder relevanter für das Speichern von Kohlenstoff werden.“ Weitere Forschung ist demnach nötig.

Eine weitere, durchaus alarmierende Erkenntnis der Studie: In den vergangenen zehn Jahren haben die Pflanzen im Amazonas-Regenwald insgesamt 30 Prozent weniger Kohlenstoff aufgenommen als noch in den 1990er Jahren.

Der Grund: Immer mehr Bäume sterben früher, da der natürliche Düngeeffekt des CO2 die Waldriesen schneller wachsen und damit sterben lässt. Die toten Bäume geben den gespeicherten Kohlenstoff wieder frei, wenn sie sich zersetzen.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die immer noch anhaltenden Rodungen in tropischen Wäldern besonders problematisch. Durch sie gehen noch mehr Bäume als wertvolle Kohlenstoffspeicher verloren.

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