Amsterdam: Stadt schafft mehr als 35.000 Parkplätze für Radler

Amsterdam: Stadt schafft mehr als 35.000 Parkplätze für Radler

von Felix Ehrenfried

Mehr als die Hälfte der Amsterdamer nutzt täglich das Fahrrad. Aber wo sollen die Drahtesel alle parken? Die Stadtverwaltung gibt ungewöhnliche Antworten.

Eigentlich ist es eine gute Nachricht: In der niederländischen Hauptstadt Amsterdam radeln mehr Menschen denn je. 57 Prozent der Stadtbewohner fahren täglich Fahrrad, 43 Prozent nutzen ihren Drahtesel sogar zum Pendeln zur Arbeit und zurück, schreibt der Inhabitat-Blog. Jedoch bringt die wachsende Beliebtheit des Fahrrads auch ein Problem mit sich: Wo sollen die ganzen Drahtesel parken?

Um dem Parkplatzmangel Herr zu werden, will Amsterdam nun mit unterschiedlichen Konzepten mehr als 35.000 neue Abstellplätze bis 2030 schaffen. Damit wäre es das größte Parkplatzprojekt für Fahrräder weltweit. Dass solch ein Schritt dringend nötig ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Abstellproblematik.

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Erst jüngst musste die Stadtverwaltung mehr als 73.000 falsch abgestellte Räder entfernen lassen. Mit Kosten von bis zu 70 Euro pro entferntem Bike bezahlte die Stadt so rund 600.000 Euro. Die Gebühren, die die Besitzer beim Abholen ihres Rades bezahlen mussten, sind dabei bereits abgezogen.

Ein Blick auf die folgende Statistik verrät, dass es in Zukunft tendenziell noch mehr Fahrräder als heute geben dürfte – das Problem wird also eher größer als kleiner.Trends in Amsterdam travel modes for internal trips, now also including walking stats pic.twitter.com/GtmMqHtEsH

— Cycling Professor (@fietsprofessor) 5. März 2015Nun soll eine Art unterirdische Bikegarage neuen Platz für Fahrräder schaffen. Die Garage soll unter dem See IJ im Zentrum Amsterdams gebaut werden und via Tunnel direkt mit der Metro verbunden sein. So könnten Radler ohne große Umwege von ihrem Bike auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. In den unterirdischen Fahrradkatakomben sollen bis zu 7.000 Bikes Platz finden, berichtet der Inhabitat-Blog.

Katakomben und Abstell-Inseln gegen ParkplatznotDie Idee stammt laut der niederländischen Zeitung Het Parool von den Amsterdamer Hochschulen, die bereits vor einiger Zeit vorgeschlagen hatten, Fahrradparkplätze unter dem zentral gelegenen See verschwinden zu lassen. Damit stießen sie zunächst auf Gegenwind bei der Stadtverwaltung. Nun scheint man es sich dort aufgrund der fehlenden Fahrradparkplätze noch einmal anders überlegt zu haben.

Weitere 21.500 Abstellplätze sollen außerdem in direkter Nähe zum Hauptbahnhof entstehen. Außerdem plant die Stadt zwei schwimmende Fahrradinseln. Auf denen sollen jeweils bis zu 2.000 Fahrräder Platz finden.

Zusammengerechnet mit den 2.500 bereits vorhandenen Abstellplätzen ergäbe das den wohl größten Fahrrad-Parkplatz der Welt. Und das direkt im Zentrum Amsterdams. Für die Umsetzung des Projekts hat sich die Stadtverwaltung bis 2030 Zeit gegeben. Wie viel das Gesamtprojekt kosten soll, ist bisher noch nicht bekannt.

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Unterirdische Parkplätze und schwimmdende Inseln - die Ideen, mit denen man in Amsterdam mehr Platz für Bikes schaffen will klingen exotisch. Dass es aber noch wesentlich exotischer geht, zeigt der Blick auf diese drei Konzepte, mit denen man in anderen Städten dem Parkplatzmangel begegnet.

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